"Außerordentlich stabil und jahrzehntelang haltbar"
Robert-Koch-Institut mahnt zu Vorsicht mit verdächtigen Briefen

Der Präsident des Berliner Robert-Koch-Instituts hat zur Vorsicht mit verdächtigen mit Pulver gefüllten Briefen gemahnt, nachdem solche Briefe in den USA Milzbrand-Erreger enthielten. "Nicht berühren, nicht einatmen, nicht kosten", sagte Reinhard Kurth am Montag im ZDF. In Deutschland haben sich nach offiziellen Angaben bisher alle Verdachtsfälle als falscher Alarm erwiesen.

rtr BERLIN. Die Empfänger sollten schnellstmöglich die Polizei benachrichtigen. In den US-Bundesstaaten Florida, New York und Nevada sind Briefe mit Milzbrand-Erregern aufgetaucht. Zwei Menschen erkrankten, einer der beiden starb. Mehr als 1 000 Menschen wurden dort auf die Krankheit untersucht.

Die Milzbrand-Erreger seien außerordentlich stabil und jahrzehntelang haltbar, sagte Kurth. Die kriminelle Energie vorausgesetzt eigne sich der Erreger dazu, große Menschenmengen zu infizieren. Man könne sich vor dem Erreger kaum schützen. Das Militär in den USA und Großbritannien habe einen eigenen Impfstoff mit vielen Nebenwirkungen, der auf dem freien Markt aber nicht verfügbar sei.

Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye sagte am Montag in Berlin, in Deutschland hätten sich bislang alle Milzbrand-Verdachtsfälle als falscher Alarm herausgestellt. In mehreren deutschen Städten waren in der vergangenen Woche verdächtige, mit Pulver gefüllte Briefe aufgetaucht.

Der US-Gesundheitsminister Tommy Thompson hatte am Wochenende dem Fernsehsender CNN gesagt, die Milzbrand-Briefe seien Terrorismus: "Es ist eine biologische Waffe. Es ist Terrorismus, es ist ein Verbrechen. Aber ob es mit El Kaida in Verbindung steht oder nicht, können wir nicht mit Sicherheit sagen." Die USA machen die El-Kaida-Organisation des Extremistenführers Osama bin Laden für die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September verantwortlich.

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