Außerordentliche Aufsichtsratssitzung gefordert
Holzmänner fühlen sich allein gelassen

Der Betriebsrat des insolventen Bauriesen Philipp Holzmann verlangt die Einberufung einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung. "Wir möchten wissen, warum Vorstand und Gläubigerbanken so lange die Hinweise auf eine drohende Insolvenz missachtet haben", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Willi Röll, am Freitag in Neu-Isenburg.

dpa NEU ISENBURG. Sollte der Aufsichtsrat nicht innerhalb der nächsten zwei Wochen zusammenkommen, wolle der Betriebsrat selbst eine Sitzung einberufen. Vom Aufsichtsratsvorsitzenden und ehemaligen Vorstandschef, Konrad Hinrichs, habe die Arbeitnehmervertretung seit dem 8. März nichts mehr gehört. "Wir sind darüber sehr enttäuscht."

Auch über das große Schweigen von Politikern seien die Beschäftigten frustriert. Der Betriebsrat hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder sowie den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, sämtliche Bundestags- Fraktionsvorsitzende und die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth schriftlich um Hilfe im Insolvenzverfahren gebeten. "Bis auf ein Schreiben aus dem Kanzleramt gab es keine Antwort - noch nicht einmal eine Bestätigung, dass die Briefe eingetroffen sind."

Die Zusammenarbeit mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Ottmar Hermann funktioniere dagegen "ausgezeichnet". Röll ist zuversichtlich, dass viele Arbeitsplätze erhalten bleiben können. "Unsere Hoffnung basiert darauf, dass es viele Interessenten für einzelne Unternehmensteile wie die US-Tochter Jones gibt." Bis Ende April müsse geklärt sein, ob das inländische Baugeschäft verkauft werden könne oder eine Fortführung nach Insolvenzeröffnung Sinn mache. Eine Aufteilung des Konzerns sei nach menschlichem Ermessen aber unvermeidbar.

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