Außerordentliche Aufwendungen
Post droht Nettoverlust

Die Deutsche Post wird im zweiten Quartal 2002 wohl wegen außerordentlicher Aufwendungen für die Rückzahlung angeblich erhaltener Staatsbeihilfen einen Nettoverlust ausweisen. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus Branchenkreisen.

Reuters FRANKFURT. Ohne Berücksichtung der von der Post bereits angekündigten Sonderrückstellung in Höhe von etwa 850 Millionen Euro für die von der Europäischen Union (EU) geforderte Rückzahlung an den Bund werde der Konzern einen Gewinn ausweisen, hieß es in den Kreisen. Inklusive dieses außerordentlichen Postens dürfte sich der Netto-Fehlbetrag auf eine Summe zwischen 200 und 300 Millionen Euro belaufen. Für das gesamte erste Halbjahr werde die Post unter dem Strich aber ein positives Ergebnis ausweisen.

Ein Post-Sprecher wollte die Angaben aus den Kreisen nicht kommentieren und verwies lediglich darauf, dass die Halbjahreszahlen in der kommenden Woche vorgelegt würden. Allerdings gehen auch einige von Reuters befragte Analysten von einem Nettoverlust im zweiten Quartal aus. Diese Schätzungen seien der Post bekannt, sagte der Firmensprecher.

Die Branchenkenner waren sich mit Blick auf die steuerliche Abzugsfähigkeit der Aufwendungen allerdings über die Höhe des Nettoverlustes nicht sicher. Die von Reuters bisher eingeholten Analysten-Schätzungen schwankten zwischen 250 und 350 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr reichten die Prognosen für den Nettogewinn inklusive des außerordentlichen Posten von 50 bis 150 Millionen Euro.

Operativ könnte die Post den Analysten zufolge im zweiten Quartal leicht unter dem Vorjahresergebnis von 574 Millionen Euro liegen. Der Umsatz dürfte den Prognosen zufolge dagegen um mehr als eine Milliarde Euro über dem Vergleichswert 2001 von 8,2 Milliarden Euro liegen.

Die EU-Kommission hatte die Deutsche Post vor kurzem dazu aufgefordert, angeblich erhaltene Staatsbeihilfen von mehr als 570 Millionen Euro an den Bund zurückzuzahlen. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, bilanzielle Vorsorge in Form einer Rückstellung über 850 Millionen Euro inklusive der Zinsen tragen zu wollen. Zugleich teilte der Konzern mit, gegen den Brüsseler Bescheid gerichtlich vorgehen zu wollen.

Die Post-Aktie baute nach der Nachricht über den voraussichtlichen Nettoverlust zunächst ihre Verluste leicht ab, fiel dann im Zuge des schlechten Marktumfeldes aber wieder zurück und notierte am späten Nachmittag rund fünf Prozent leichter bei 9,64 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%