Außerordentliche Hauptversammlung am 27. Januar
Mobilcom will Festnetz weiterhin verkaufen

Der Mobilfunkanbieter Mobilcom hat den Willen bekräftigt, sein Festnetzgeschäft zu verkaufen, macht dies aber weiter vom Preis abhängig. Unternehmenssprecher Matthias Quaritsch sagte am Mittwoch, an den Verkaufsplänen werde festgehalten. Solange jedoch ein bereits im Mai mit der Internettochter Freenet ausgehandelter Verkauf nicht per Vertrag unterzeichnet sei, seien Zweifel am Vollzug des Verkaufs angebracht. "Die Konditionen müssen stimmen", sagte der Sprecher.

Reuters HAMBURG. Quaritsch bezog sich dabei auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) vom Mittwoch. Die Zeitung hatte Vorstandschef Thorsten Grenz mit den Worten zitiert, Mobilcom werde weiter in das Festnetz investieren, um handlungsfähig zu bleiben, falls der Verkauf an Freenet nicht klappe.

Unterdessen lud Mobilcom seine Aktionäre für den 27. Januar zur außerordentlichen Hauptversammlung nach Hamburg, um über das milliardenschwere Rettungspaket abstimmen zu lassen, mit dem die Büdelsdorfer Firma vor der Insolvenz gerettet worden war. Quaritsch ließ durchblicken, dass die Höhe des Verkaufspreises für das Festnetz wichtig dafür sei, um den von einem Bankenkonsortium zur Sanierung gewährten Überbrückungskredit zu verringern. Insofern habe Mobilcom bei den Verhandlungen keine freie Hand.

Die FTD berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, Mobilcom wolle 2003 zwischen 6 und 8 Mill. Euro in das Festnetz investieren. Mit dem Geld solle die Zahl der Knotenpunkte, an denen das Netz mit dem der Deutschen Telekom verbunden sei, von jetzt 34 um weitere 100 Punkte erhöht werden.

Bei der Hauptversammlung soll über die mit France Telecom und den Banken erzielte Übereinkunft zur Mobilcom-Rettung abgestimmt werden. Der mit 28,5 Prozent an Mobilcom beteiligte französische Telefonkonzern hatte im Rahmen des Rettungspakets die Übernahme eines großen Teils der Milliardenschulden ihres einstigen Partners zugesagt. Zuvor hatte Firmengründer Gerhard Schmid sein Aktienpaket auf einen Treuhänder übertragen. Ein Bankenkonsortium stellte Mobilcom daraufhin einen Überbrückungskredit von 112 Mill. Euro bereit, um die Sanierung des Unternehmens zu finanzieren. Befreit von den Lasten beim Aufbau des UMTS-Netzes und der Milliardenschulden will Mobilcom in seinem Kerngeschäft, dem Wiederverkauf von Mobilfunkverträgen, einen Neuanfang machen.

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