Außerordentliche Hauptversammlung geplant
Offener Machtkampf bei Mobilcom

Mobilfunkanbieter Mobilcom hat im Streit mit der Millenium GmbH der Ehefrau des ehemaligen Vorstandschefs Gerhard Schmid erste juristische Schritte angekündigt. Im Gegenzug will Millenium sechs Aufsichtsratsmitglieder von Mobilcom feuern.

ddp.vwd BÜDELSDORF. Das Unternehmen von Sybille Schmid-Sindram werde auf die Rückzahlung von 70,9 Millionen Euro verklagt, teilte Mobilcom am Mittwoch in Büdelsdorf mit. Diese Summe habe die Millenium GmbH im vergangenen Jahr als Prämie für ein Aktienoptionsprogramm erhalten. Das Unternehmen hatte mit der Prämienzahlung Mobilcom-Aktien erworben.

Nachdem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO in einem Gutachten mehrere Gesetzesverstöße Schmids im Rahmen des Optionsprogramms festgestellt hatte, habe der Aufsichtsrat die Rückabwicklung des Geschäfts von Millenium gefordert, erklärte Mobilcom. Dieses sei bislang nicht erfolgt. Zudem habe die Gesellschaft vereinbarte Sicherheiten nicht erhöht, die auf Grund des niedrigen Kurses der MobilCom-Aktie fällig geworden wären. Das Unternehmen behalte sich weitere Schadenersatzansprüche gegen Schmid und Millenium vor.

Aktionäre erhalten Einladung in Kürze

Zugleich werde die von der Millenium GmbH beantragte außerordentliche Hauptversammlung einberufen, erklärte Mobilcom. Die Aktionäre erhielten die Einladung "in Kürze". Damit werde dem vor einer Woche gestellten Antrag entsprochen. Das im Aktiengesetz verankerte Minderheitenrecht werde "aus formalen Gründen" berücksichtigt. Der Antrag werde aber inhaltlich für unberechtigt und die Gründe für das Aktionärstreffen für unzutreffend gehalten.

Bei außeroerdentlichen Hauptversammlung will die Millenium GmbH will unter anderem die Abwahl der Kapitalseite des Aufsichtsrates durchsetzen. In der vwd vorliegenden Tagesordnung wird vorgeschlagen, neben den beiden Vertretern der France Telecom, Eric Bouvier und Brigitte Bourgoin, auch den AR-Vorsitzenden Klaus Ripken sowie Helmut Thoma, Dieter Vogel und Carsten Meyer abzuberufen.

Die Abberufung der beiden France Telecom-Vertreter sei angezeigt, "da diese ihr Handeln aus der Sicht des Antragstellers nicht am Gesellschaftsinteresse, sondern einseitig im Interesse von France Telecom orientiert haben", heißt es in dem Antrag.

Aufsichtsrat hat Mitglieder unter Druck gesetzt

Die beiden France Telecom Vertreter im Aufsichtsrat hätten in den letzten Monaten "den Kampf der MobilCom um die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen der France Telecom "völlig unzureichend unterstützt" und die übrigen AR-Mitglieder "mehrfach aus Sicht des Antragstellers ungebührlich und unzulässig unter erheblichen Druck gesetzt". Die Abberufung der vier weiteren Mitglieder der Arbeitgeberseite sei angezeigt, "da diese in den letzten Monaten das Unternehmen in eine Lage manövriert haben, so dass für die France Telecom über die Liquiditätszufuhr ein erhebliches Drohpotential bestand".

Als weitere Punkte hat Millenium die Aufhebung der Ermächtigung des Vorstands zur Erhöhung des genehmigten und bedingten Kapitals um insgesamt 32 Mill. Aktien sowie die Bestellung eines zweiten Vorstand beantragt. Letzteres hatte Mobilcom am Dienstag bereits mit der Berufung von Ulrich Kalthoff bereits vollzogen.

Ein Mobilcom-Sprecher erklärte, dass die außerordentliche Hauptversammlung wahrscheinlich für Ende Oktober oder Anfang November terminiert werden könnte. Millenium verfügt über knapp zehn Prozent des MobilCom-Kapitals. Zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung sind fünf Prozent nötig.

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