Außerplanmäßiger Zwischenstopp in Neufundland
Erneut Zwischenfälle bei Concorde-Flügen

Knapp eine Woche nach der Katastrophe von Paris mit 114 Toten ist es bei zwei Concorde-Flügen am Sonntag erneut zu Zwischenfällen gekommen.

ap LONDON. Knapp eine Woche nach der Katastrophe von Paris mit 114 Toten ist es bei zwei Concorde-Flügen am Sonntag erneut zu Zwischenfällen gekommen. Eine Concorde der britischen Fluggesellschaft British Airways (BA) musste am Sonntagabend auf ihrem Flug von London nach New York außerplanmäßig in Kanada zwischenlanden. Weil sich Passagiere über den Geruch von Treibstoff in der Kabine beklagt hatten, wurde die Maschine umgeleitet und landete um 23.00 Uhr MESZ in Gander in Neufundland. Eine BA-Sprecherin betonte, dass es sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme gehandelt habe. Nach entsprechenden Sicherheitskontrollen sollte der Flug 003 nach New York fortgesetzt werden.

Wenige Stunden zuvor konnte eine Concorde der BA nicht starten, weil es Probleme beim Auftanken des Überschallflugzeuges gab. Der Flug von London-Heathrow nach New York verzögerte sich um mehr als eine Stunde, weil die rund 50 Reisenden in eine Ersatz-Concorde verlegt worden. Wie die BA mitteilte, sei dies ein Routine-Vorgang gewesen, der nicht in Zusammenhang mit dem Concorde-Absturz bei Paris in der vergangenen Woche stehe. BA ist die einzige Fluglinie, die das Überschallflugzeug derzeit einsetzt, sie nahm den Concorde-Verkehr bereits am Tag nach dem Unglück von Paris wieder auf. Die Fluggesellschaft Air France setzte dagegen die Starts ihrer Concordes bis auf weiteres aus.

Nach neuesten Erkenntnissen wurden die Flammen, die vor dem Absturz der Concorde bei Paris aus dem Flugzeug schlugen, von austretendem Treibstoff verursacht. Sie hätten möglicherweise Teile des Tanks auf der Startbahn gefunden, berichteten die Ermittler am Sonntagabend. "Die Flammen, die nach dem Start gesehen wurden, kamen nicht aus dem Motor, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach von einem gravierenden Treibstoffaustritt", hieß es in einem Bericht der Behörden.

Unterdessen mehrten sich die Hinweise auf Sicherheitsmängel bei dem Überschallflugzeug. Bereits vor rund 20 Jahren lösten geplatzte Reifen von Concorde-Flugzeugen nach einem Bericht der US-Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB) mehrmals fast ein Katastrophe aus. Die "Bild am Sonntag" berichtete unter Berufung auf geheime Protokolle der amerikanischen Flugaufsichtsbehörde (FAA) von 40 schweren Pannen von November 1996 bis Juni 2000 mit der Concorde allein am New Yorker Kennedy-Flughafen.



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