Aussetzer und Verzögerungen im Handel kosten die Händler Geld
Optionshändler verklagen Börse Euronext Amsterdam

Auf Euronext kommen Entschädigungsforderungen von Termin- und Optionshändlern zu. Seit Mai hat es beim Amsterdamer Derivate-Handel über Euronext NV, den an der Marktkapitalisierung gemessen zweitgrößten europäischen Börsenbetreiber, mindestens 19 Unterbrechungen und ein Dutzend Verzögerungen im Handel gegeben. Euronext läuft nun auch Gefahr, Geschäft an die Eurex AG zu verlieren.

Bloomberg AMSTERDAM. "Viele Geschäftspartner erheben wegen Verzögerungen und Ausfällen Schadensersatzforderungen gegen die Euronext. Einige wollen jetzt vor Gericht gehen," sagt Rene Damen, Direktor bei Derivatives Traders Amsterdam BV, ein Marktmacher an der Euronext. "Meine Ansprüche betreffen das Geld, das ich verloren haben, weil ich nicht handeln konnte." Die Ausfälle kosten Geld, weil einige Transaktionen, die vor einem Ausfall durchgeführt wurden, storniert werden und andere nicht. Die Verzögerungen bedeuten, dass einige Händler andere Preise erhalten als andere Händler.

"Wir wollen der Euronext treu bleiben, aber wenn es weiter so läuft, werden wir sicherlich zur Eurex überwechseln," sagte Martin Korst, Direktor bei Interoptions Brokerage BV. Die weltgrößte Derivatebörse Eurex gehört der Deutschen Börse AG und der SWX Schweizer Börse gemeinsam.

Die niederländische Wertpapierhandelsgesellschaft AOT NV gab am Freitag bekannt, dass sie ihre Funktion als primärer Marktmacher in Amsterdam wegen der Probleme bei Euronext aufgeben will und über Schadensersatzforderungen nachdenkt. "Es hat sich gezeigt, dass die Börse nicht die technischen Voraussetzungen für das reibungslose Funktionieren des Handelssystems bieten kann," kritisierte AOT.

Die meisten Probleme bei Euronext traten auf, wenn die New York Stock Exchange den Betrieb aufnimmt oder US-Konjunkturdaten begannt gegeben werden, weil dann die Handelsaktivität zunimmt, berichtet Andre Hoekstra, Optionshändler bei Edu Traders BV. Die letzte Unterbrechung war gestern kurz nach Börseneröffnung und dauerte etwa 20 Minuten.

"Die Börse untersucht die Schadenersatzforderungen, sagte die Euronext-Sprecherin Alice Jentink. "Grundsätzlich sind wir haftbar bei technischen Problemen." Die Störungen bei Euronext Amsterdam werden sich verringern, wenn der Handel im Dezember auf Computerhandel umgestellt wird, sagte Jentink. Bis dahin werde Euronext Änderungen am System durchführen, die Störungen verhindern sollen. Die Amsterdamer Börse ist die letzte, die vom Parketthandel zum elektronischen Handel wechselt.

Der Aktienkurs von Euronext hat dieses Jahr 8,7 Prozent nachgegeben. Die Titel der Deutschen Börse haben 13,7 Prozent an Wert eingebüßt und London Stock Exchange Plc sind um 26 Prozent abgesackt.

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