Aussichten auf Wachstum
Sportartikel auch in Krisenzeiten gefragt

In allen Branchen ist Krise, nur bei den Sportartikel-Hersteller nicht. Beflügelt von Ereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer haben Hersteller wie Adidas-Salomon, Puma und Nike 2002 stattliche Gewinnzuwächse erzielt.

Reuters MÜNCHEN. "Die Leute sparen an allem, nur nicht am Sport", heißt es bei Branchenkennern. Auch für 2003 stehen die Aussichten auf Wachstum - allerdings etwas verhaltener. "Es wird 2003 keinen Einbruch geben", glaubt Volkert Hergert, Analyst bei der Bankgesellschaft Berlin. Beispielhaft für die Zuwächse der Branche steht der fränkische Sportartikelkonzern Puma, der 2002 voraussichtlich seinen Gewinn mehr als verdoppeln wird. Vor allem die Fußball-WM in Asien hat den Verkauf von Trikots und Sportschuhen angekurbelt. Vorsorglich hat das Unternehmen im Herbst gewarnt, dass die Wachstumsraten langfristig einmal abflauen könnten. Weltmarktführer Nike hat kurz vor Weihnachten noch einen Gewinnanstieg von 18 Prozent im Herbstquartal bekannt gegeben und erwartet ebenso wie Adidas für 2003 weiteres Wachstum.

Neues Standbein Lifestyle

Neben dem klassischen Kerngeschäft mit Sportschuhen und Ausrüstung haben sich alle großen Sportartikel-Hersteller mit Mode ein neues Standbein aufgebaut. Puma setzt voll auf trendige Lifestyle-Produkte und macht damit einen Großteil seiner Umsätze - etwa mit Sportschuhen, die auf Parties getragen werden. Die Nummer 2 der Branche, Adidas, will mit seinen Originals, also an alten Vorlagen orientierten Turnschuhen, mittelfristig ein Drittel seines Umsatzes machen. Im Sommer verkündete das fränkische Unternehmen eine Kooperation mit dem japanischen Star-Designer Yohji Yamamoto, der hochpreisige Schuhe und Mode entwickeln soll. Schon vor geraumer Zeit war der Marktführer Nike mit seiner trendigen "Street wear"-Kleidung für Rap- und Footballfans vorgeprescht.

Das einzige Fragezeichen bei der Wachstumswelle der Sportartikelfirmen bleibt der Modetrend. Vor allem Puma würde es treffen, wenn sich der Trend ändert. Die Investmentbank HSBC bewertete deswegen im Sommer kurzzeitig die Puma-Aktie mit "Reduce", korrigierte dies aber wenig später schnell auf "Add" hoch, als Puma im ersten Halbjahr bei Gewinn und Umsatz die Erwartungen der Analysten deutlich übertraf.

Branchenkenner Hergert sieht wie andere Analysten diese Gefahr nicht: "Die Produkte bleiben immer noch die selben, auch wenn sie neu gestylt werden." Ähnlich gering sehen die Analysten der Commerzbank Securities die Gefahren eines Kursabsturzes bei Puma: "Die aktuell niedrige Bewertung könnte dazu bedeuten, dass die Märkte noch immer fürchten, Puma reite auf einer wackeligen Modewelle. Wir glauben dagegen, dass Puma besser als andere die Dynamik des Sportbekleidungsgeschäfts und die immer größere Bedeutung des Markennamens erkannt hat", heißt es in einer Einschätzung.

Bei allen Wachstumserwartungen wecken aber weder Puma noch Adidas bei Analysten Hoffnungen auf ein Kursfeuerwerk. "Die weiteren erwarteten Zuwächse vor allem auf dem US-Markt sind schon im Kurs eingepreist", sagt Hergert. Bei Adidas sei sein Kursziel von 90 Euro fast erreicht, Puma ist mit einem Kurs von 69,50 von dem Ziel von 80 Euro noch etwas entfernt. Es fehle die Fantasie im nächsten Jahr für große Kurssprünge, sagt der Analyst.

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