Aussichten eingetrübt
Weiter Talfahrt in der Gastronomie

Der Sommer 2001 hat der deutschen Gastronomiebranche drastische Einbußen gebracht. Unbefriedigende Umsätze und eine vielfach rückläufige Ertragslage der Mehrheit der Unternehmen seien von einer deutlich gebremsten Konjunktur in der Hotellerie begleitet, beklagte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in seinem am Sonntag vorgelegten aktuellen Konjunkturbericht.

ddp/ vwd BERLIN. Die Umfrage bei 2 700 Betrieben der Branche offenbare abermals die schwierige wirtschaftliche Situation, in der sich weiterhin viele Unternehmen des deutschen Gastgewerbes befinden, betonte Dehoga-Präsident Erich Kaub. Der Verband macht für diese Entwicklung vor allen Dingen die lahmende wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, die Konsumzurückhaltung der Verbraucher sowie die enorme Kostenbelastung durch die aktuelle Gesetzgebung der Bundesregierung verantwortlich. Die Terroranschläge des 11. September und ihre Konsequenzen hätten die Hotelkonjunktur zusätzlich einknicken lassen und seien auch für die Gastronomie nicht ohne Auswirkungen geblieben, erklärte Kaub. Gerade in Ballungszentren habe es im September teils zweistellige Umsatzeinbußen gegeben.

Der Dehoga forderte von der Bundesregierung verbesserte Rahmenbedingungen. Nötig sei "endlich eine Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik, die ihre Augen nicht vor den Problemen des Mittelstandes verschließt", unterstrich der Verband. Die schwerste Bürde sei weiterhin das 630-DM-Gesetz, das in der Branche zu 100 000 Kündigungen durch Mitarbeiter geführt habe. "Dieser Fehlschlag der Koalition gehört endlich wieder auf die Tagesordnung, hier herrscht dringender Korrekturbedarf", erklärte Kaub.

Dem Konjunkturbericht zufolge haben im Sommer 38,8 % der Branchenbetriebe Umsatzrückgänge erlitten. Bei weiteren 27,1 % stagnierten die Erlöse. Beim Ertrag gab es sogar für jedes zweite Unternehmen (49,4 %) Einbußen. Nur jedem fünften Betrieb (19,1 %) sei es gelungen, in den Monaten April bis September die Situation zu verbessern, hieß es. Aus diesem Grund habe ein Großteil der gastgewerblichen Unternehmer die Hoffnung auf eine baldige Trendwende zumindest für den Winter 2001/2002 auf Eis gelegt. Nur jeder vierte Befragte (24,1 %) gehe von einer positiven Umsatzentwicklung aus, 34,7 % erwarteten Einbußen.

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