Aussichten spürbar eingetrübt
Degussa stellt sich auf schwerere Zeiten ein

Deutschlands drittgrößter Chemiekonzern Degussa stellt sich nach den Terroranschlägen von New York auf schwerere Zeiten ein: Bis 2004 will die Eon-Tochter wegen der deutlich eingetrübten Konjunkturaussichten rund 4 000 Stellen abbauen, 1 000 mehr als noch vor wenige Wochen geplant. Im oberbayerischen Trostberg, im rheinischen Wesseling, in Darmstadt und an mehreren ausländischen Standorten werde die ohnehin geplante Schließung von Produktionsanlagen vorgezogen, sagte Konzernchef Utz-Hellmuth Felcht am Montag in Düsseldorf.

ap DÜSSELDORF. In Fußgönnheim bei Ludwigshafen und Trostberg sollen außerdem mehrere Anlagen vorübergehend geschlossen werden. Darüber hinaus plant der Konzern den Abbau von Überstunden und Kurzarbeit in anderen Werken. Die Investitionen für das kommende Jahr werden um rund 300 Mill. auf 1,1 Mrd. € (2,15 Mrd. DM) reduziert.

"Die Terrorattacken in den USA und die anhaltenden Auseinandersetzungen in Afghanistan haben die Märkte zutiefst verunsichert", betonte Felcht. Die Geschäftsaussichten hätten sich spürbar eingetrübt. Der Arbeitplatzabbau sei deshalb zwingend notwendig.

Mit einer Besserung der Konjunktur rechnet der Manager erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres. "Im Augenblick zu planen ist extrem schwierig", räumte er ein. Das vierte Quartal werde schwierig. Doch weder in den letzten drei Monaten dieses Jahres, noch im ersten Quartal des kommenden Jahres werde Degussa rote Zahlen schreiben.

Gewinnwarnung bekräftigt

Der Manager bekräftige allerdings die vom Konzern Ende Oktober veröffentlichte Gewinnwarnung. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen werde das operative Ergebnis vor Zinsen, Ertragssteuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) für den Degussa-Konzern knapp unter dem Vorjahreswert liegen. Das operative Ergebnis vor Ertragssteuern (Betriebsergebnis) werde den Vorjahreswert voraussichtlich sogar um bis zu 25 % unterschreiten.

Dennoch meinte der Konzernchef: "Gerade in der heutigen Zeit, die von einer schwierigen Marktentwicklung und der anhaltend schwachen konjunkturellen Lage geprägt ist, bewährt sich unsere Strategie der konsequenten Fokussierung auf die Spezialchemie: Im Vergleich zu unseren Wettbewerbern sind unsere Ergebnisrückgänge unterdurchschnittlich."

Mittelfristig hält der Konzern an seinen Ergebniszielen fest. Innerhalb der nächste drei Jahre soll die Rendite auf das eingesetzte Kapital danach auf mindestens 14 % steigen. Außerdem will der Konzern im gleichen Zeitraum eine EBITDA-Marge auf den Umsatz von 20 % erzielen.

In den ersten drei Quartalen 2001 sank der Konzernumsatz vor allem durch den Verkauf von Unternehmensteilen um 1 % auf 12,4 Mrd. €. Im Kerngeschäft stieg er um 6 % auf 8,3 Mrd. €. Das EBITA stieg im Kerngeschäft um 16 % auf 756 Mill. €. Das Betriebsergebnis lag dagegen mit 431 Mill. € um 16 % unter dem Vorjahreswert.

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