Aussichtsreiche Börsenkandidaten in der Internetbranche
Späth: Aktien-Optionsprogramme sind für Start-Ups in neuen Ländern besonders wichtig

adx JENA. Jenoptik-Chef Lothar Späth rechnet mit einer Verstärkung der Aktien-Optionsprogramme vor allem bei Start-Ups in den neuen Bundesländern. Die Firmen dort hätten keine klassischen Unternehmenswerte wie beispielsweise Immobilien. "Der eigentliche Wert dieser Unternehmen sind ihre Mitarbeiter", sagte Späth. Um die Führungscrew und gute Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, müsse man sie am Erfolg desselben beteiligen. "Wir werden in der Unternehmensstruktur hier nicht mehr die klassischen Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnisse haben", betonte Späth. Für die Firmen werde vielmehr eine starke Individualkultur charakteristisch sein, "die sich über den gemeinsamen Erfolg des Unternehmens definiert".

Dem Beispiel von Intershop und den anderen Jenaer Börsenunternehmen werden nach Ansicht von Späth "vor allem aus der Universität und den vorhandenen Gründerzentren noch einige Forscher und Ingenieure folgen und Unternehmen gründen". Thüringen brauche noch einige erfolgreiche Börsengänge. Im Freistaat gebe es, anders als in den westlichen Bundesländern, keine alte Industriebasis. "Wir müssen uns erst einen neuen Mittelstand schaffen und brauchen dazu Firmen, die an die Börse gehen", erklärte er. Sie brächten vom Börsengang erhebliches Kapital mit, "das sofort wieder in Thüringen investiert wird". Auf diese Weise verstärkten sie die dynamische Wirtschaftsentwicklung des Landes.

Aussichtsreiche Börsenkandidaten in der Internetbranche

Aussichtsreiche Börsenkandidaten sehe er vor allem in den Sparten rund um das Internet, zum Beispiel in der Logistik für den elektronischen Handel. Allerdings sei vor zu großer Euphorie zu warnen. "Nicht jeder, der eine gute Geschäftsidee hat, sollte damit sofort zur Börse stürmen." Die Gefahr eines Flops sei in solchem Fall groß. "Und zu viele Flops verschlechtern das Klima für die bereits börsennotierten Unternehmen", sagte Späth.

Der Gang zur Börse stelle an die Unternehmen andere, höhere Anforderungen als vorher. "Als Aktiengesellschaft sind sie ein öffentliches Unternehmen", erklärte Späth. Sie müssten sich auf "totale Transparenz" einstellen. Die Aktionäre verlangten zu Recht klare Auskünfte über die Geschäftstätigkeit, über Verluste und Gewinne. "Fehlen Transparenz und Offenheit, wird schnell das Vertrauen der Anleger verspielt", sagte der Jenoptik-Chef.

Das bewiesen auch die jüngsten Irritationen, die es um die bisher so erfolgreiche Softwarefirma Intershop gegeben habe. Offensichtlich habe Intershop die Anleger nicht rechtzeitig und ausreichend über die geplante Werbekampagne für die amerikanische Technologiebörse Nasdaq informiert, sagte Späth. Bei der Veröffentlichung der finanziellen Folgen hätten die Anleger schließlich "erschreckt reagiert". Allerdings habe Intershop bisher "so viele gute Stories geliefert, dass die eine schlechte nicht überbewertet werden sollte", sagte Späth.

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