Aussichtsreichster Konkurrent von Portillo
Eurofreundlicher Brite will Parteichef werden

Der ehemalige britische Finanzminister Kenneth Clarke (60), ein starker Befürworter des Euro, kandidiert als fünfter Bewerber um die Führung der konservativen Partei.

dpa LONDON. Er gilt als politisches "Schwergewicht" und als aussichtsreichster Konkurrent von Michael Portillo, dem ehemaligen Verteidigungsminister, der schon kurz nach der verlorenen Unterhauswahl am 7. Juni seinen Anspruch auf die Nachfolge des zurückgetretenen Parteichefs William Hague angemeldet hatte.

Clarke sagte am Dienstag, er werde zu seinen Ansichten zu Europa stehen. Die Konservativen hätten jetzt vier Jahre "vergeudet", indem sie versucht hätten, die Wählerschaft mit dem "Mythos" eines europäischen Superstaats zu schrecken. Künftig müsse sich die Partei um eine realistische Herangehensweise an Europa bemühen. Er sei aber "nicht von Europa besessen", versicherte Clarke. Die Themen, die darüber entschieden, ob die Konservativen an die Macht zurückkehrten, seien andere: die Reform des staatlichen Gesundheitswesens und des Bildungssystems sowie die Wirtschaftspolitik.

Clarkes eurofreundliche Haltung wird zwar von der Mehrheit der Konservativen nicht geteilt. Dennoch werden ihm Chancen ausgerechnet, da viele Parteimitglieder Vorbehalte gegen die homosexuelle Vergangenheit von Portillo haben sollen. Portillo hatte in den vergangenen Wochen vergeblich versucht, Clarke auf seine Seite zu ziehen. Die anderen drei Bewerber sind der ehemalige Parteivorsitzende Michael Ancram, der sich als "Einigungskandidat" präsentiert, aber als relativ farblos gilt, und zwei Vertreter des rechten Parteiflügels, Ian Duncan Smith und David Davis.

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