Ausstand soll 24 Stunden dauern
IG Metall bestreikt zwei Betriebe in Hannover

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall am Dienstag erstmals auch Betriebe in Niedersachsen bestreikt.

Reuters HANNOVER/BERLIN. In zwei Unternehmen in Hannover hätten die Frühschichten die Arbeit nicht aufgenommen, teilte die Gewerkschaft mit. Gesamtmetallpräsident Martin Kannegießer äußerte sich ungeachtet der für diese Woche geplanten Ausweitung der Warnstreiks überzeugt, dass es nicht zu flächendeckenden Streiks kommen wird. "Unsere Unternehmen wollen keinen Arbeitskampf mehr, weder die Arbeitnehmer noch die Arbeitgeber", sagte Kannegießer in einem Interview des Berliner "Tagesspiegel". Die IG Metall fordert bundesweit 6,5 mehr Lohn und Gehalt. Die Arbeitgeber haben für dieses und das nächste Jahr jeweils zwei Prozent angeboten.

Warnstreik in Hannover soll 24 Stunden dauern

An den Arbeitsniederlegungen in den beiden Betrieben in Hannover beteiligten sich nach Angaben der IG Metall zunächst etwa 200 Metall. Die Produktion in den Unternehmen solle bis Mittwochfrüh lahm gelegt werden. Weitere Streikationen waren im Laufe des Vormittags in Bayern geplant, wo die Gewerkschaft etwa 4 500 Beschäftigte zu mehrstündigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen hatte. Die IG Metall verteidigte die für nächste Woche geplante bundesweite Warnstreik-Welle gegen Warnungen der Arbeitgeber, die von einer Gefahr für Zehntausende Arbeitsplätze sprachen. "Das ist ein plumper Einschüchterungsversuch gegenüber Arbeitnehmern und die Irreführung der Öffentlichkeit zugleich", sagte der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Warner Neugebauer am Montag.

Kannegießer: Viele Betriebe werden nicht bestreikt

"Ich bin sicher, dass in dieser Tarifrunde in vielen Unternehmen die Beschäftigten nicht streiken werden", sagte Kannegießer. Arbeitskämpfe passten nicht mehr in die bestehende Unternehmenskultur. Wenn die Gewerkschaft meine, dass der Streik nach wie vor geeignet sei, Druck aufzubauen, "dann bedient sie nicht die aktiven Belegschaften". "Wir sind die Branche in Deutschland, die Hochtechnologie macht - und wir werden uns keine Kampfrituale für Funktionäre erlauben", sagte Kannegießer.

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