Aussteller und Messe AG mit Industrieschau zufrieden
Hannover-Messe setzt Aufschwung-Signale

Die Hannover-Messe 2002 hat die Hoffnungen auf einen baldigen Wirtschaftsaufschwung bestätigt. Die größte Industriemesse der Welt ging am Samstag mit "insgesamt zufriedenen" Ausstellern zu Ende. Die rund 250 000 Gäste reichten an die Vorjahreszahl von 254 600 heran, ein "solider Erfolg", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Messe, Klaus Goehrmann, zum Abschluss der Leistungsschau. Auch der Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und Vorsitzende des Ausstellerbeirates, Dietmar Harting, zog eine "insgesamt positive Bilanz".

WiWo/ap HANNOVER. Der Messeverlauf habe den "aufkeimenden positiven konjunkturellen Erwartungen der Wirtschaft" entsprochen. Die Mehrzahl der Aussteller habe in einer Umfrage nach sechs Messetagen "positive Umsatzerwartungen" geäußert. Nach Einschätzung der Befragten werde sich die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung ihrer Branchen verbessern. Trotz eines im Gesamtjahr noch rückläufigen Geschäfts gehe man von einem Wiederanspringen der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte aus.

Harting, der auch Präsident des Zentralverbandes der Elektroindustrie (ZVEI) ist, warnte allerdings vor negativen Folgen eines Arbeitskampfes in der Metall- und Elektroindustrie für die wieder anspringende Konjunktur. Durch einen Streik könne die Hoffnung auf einen Aufschwung schnell einen Dämpfer bekommen. "Ich habe die Sorge, dass die auf der Hannover-Messe zu spürende Aufschwung-Stimmung kräftig eingetrübt werden könnte."

"Konjunktur noch ein zartes Pflänzchen"

Die Konjunktur sei noch ein zartes Pflänzchen, das man pflegen müsse. Außerdem seien die Unternehmen nach zu hohen Tarifabschlüssen derzeit nicht zu Preiserhöhungen in der Lage, sondern müssten dann weiter zu Lasten von Arbeitsplätzen rationalisieren. Messe-Chef Goehrmann hob die positiven Auswirkungen des Messeverlaufs auf die konjunkturellen Erwartungen der Aussteller hervor. Zu Messebeginn hätten 36 % der 6 926 Aussteller die wirtschaftliche Situation der eigenen Branche als günstig bis sehr günstig bezeichnet, zum Abschluss der Messe schon 39 %. Nur noch 1,7 % der Aussteller hätten die Situation ihre Branche als ungünstig bezeichnet.

Der Anteil der Fachbesucher auf der Hannover-Messe 2002 lag nach Angaben von Goehrmann bei 96,9 % und damit höher als im Vorjahr (94,5 %). Dadurch sei die Gesamtzahl der Fachbesucher sogar leicht auf 242 000 (Vorjahr 240 000) gestiegen. Rund 90 000 Fachbesucher oder 10 % mehr als im Vorjahr seien mit konkreten Investitionsvorhaben nach Hannover gekommen. Anders als noch zur Messe-Halbzeit erwartet sei allerdings der Anteil der Besucher aus dem Ausland auf 26,8 % zurück gegangen. Vom amerikanischen Kontinent seien etwa nur noch 6 300 Besucher (Vorjahr 7 300) zu der Industrieschau angereist.

Auch die 3 028 ausländischen Aussteller aus insgesamt 68 Staaten bewerten Goehrmann zufolge das Messeergebnis mehrheitlich positiv. Dabei hätten vor allen Aussteller aus anderen Staaten der EU die wirtschaftliche Lage in ihrem Heimatländern besser als die Lage in Deutschland eingestuft.

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