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Ausstellung über Hitlers VolksgerichtshofDPA-Datum: 2004-07-06 15:56:14

Berlin (dpa) - Das Berliner Dokumentationszentrum «Topographie des Terrors» zeigt vom kommenden Montag an die Ausstellung «Der Volksgerichtshof - Hitlers politisches Tribunal». Die Ausstellung am Bauzaun neben dem Martin-Gropius-Bau, dem Gelände der früheren Zentralen von Gestapo und SS, ist eine Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Berlin (dpa) - Das Berliner Dokumentationszentrum «Topographie des Terrors» zeigt vom kommenden Montag an die Ausstellung «Der Volksgerichtshof - Hitlers politisches Tribunal». Die Ausstellung am Bauzaun neben dem Martin-Gropius-Bau, dem Gelände der früheren Zentralen von Gestapo und SS, ist eine Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Deren Direktor Peter Steinbach spricht bei der Eröffnung am Sonntagabend über das Thema «Der Volksgerichtshof und die Nachkriegsjustiz in beiden deutschen Staaten: Überlegungen im 60. Jahr nach dem Anschlag am 20. Juli 1944».

Die Ausstellung dokumentiert bis zum 30. September auch die enge Zusammenarbeit des politischen Sondergerichts, dessen Verhandlungen oft Schauprozesscharakter hatten, mit der Gestapo. Ein großes Kapitel ist der Nachkriegszeit und dem Umgang mit den Richtern des Volksgerichtshofes in beiden deutschen Staaten gewidmet. Vereinzelte Ermittlungsverfahren führten in der Bundesrepublik nicht zu einer rechtskräftigen Verurteilung. Bis heute sei kein ehemaliger Richter oder Staatsanwalt vor einem bundesdeutschen Gericht rechtmäßig verurteilt worden, heißt es im Begleittext zur Ausstellung. 1984 stufte der Bundestag den Volksgerichtshof als Terrorgericht ein.

Der NS-Volksgerichtshof war ein politisches Gericht zur Ausschaltung der Gegner des NS-Regimes. Vor allem unter der Präsidentschaft Roland Freislers entwickelte sich der Volksgerichtshof ab 1942 zu einem reinen Terrorinstrument zur Durchsetzung der NS-Willkürherrschaft. Freisler verhängte zahlreiche Todesurteile gegen Mitglieder der Roten Kapelle, der Weißen Rose, des Kreisauer Kreises und gegen die Hitler-Attentäter des 20. Juli 1944. Insgesamt fällte der Volksgerichtshof etwa 5200 Todesurteile.

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