Ausstieg aus DEA rückt näher
RWE auf dem Weg zum Welt-Wasserkonzern

Der Energiekonzern ist weiter auf Wachstumskurs: Mit der Übernahme von Thames Water will RWE auf einen Schlag die Zahl seiner Wasserkunden verdreifachen.

dpa/rtr HAMBURG/LONDON. Auf dem Wege zu einem weltweit tätigen Wasserkonzern will die Essener RWE an diesem Montag das erwartete Übernahmeangebot für den größten britischen Wasserversorger Thames Water vorlegen. RWE werde einschließlich der Übernahme von 1,8 Mrd. Pfund Schulden sechs Mrd. Pfund (19,6 Mrd. DM/10 Mrd. Euro) in Thames Water investieren, berichtet die "Financial Times" am Samstag.

Die "Welt" ergänzte, der RWE-Aufsichtsrat habe am Freitag dem Übernahmeangebot zugestimmt und auch grünes Licht für einen Verkauf der DEA-Tankstellen gegeben. RWE hatte dagegen am Freitagabend erklärt, es seien dazu keine Beschlüsse gefasst worden.

Weltweit die Nummer drei



Mit Thames Water würde RWE auf einen Schlag die Zahl seiner Wasserkunden auf 34 Mill. verdreifachen. Der Konzern wäre damit weltweit die Nummer drei hinter den französischen Versorgern Vivendi und Suez Lyonnaise des Eaux. Alleine Vivendi Environnement hat 100 Mill. Wasserkunden in 100 Staaten. An der wichtigsten RWE - Beteiligung, den Berliner Wasserwerken, ist auch Vivendi beteiligt.

RWE wird laut "Financial Times" 4,3 Mrd. Pfund in bar für Thames Water (Reading) sowie eine Zwischendividende von 20 Pence je Aktie bieten. Das britische Wasserunternehmen hat zwölf Mill. Kunden in Großbritannien und weitere zwölf Mill. in Fernost, der Türkei und Amerika. Erst am Freitag gab Thames Water den Kauf von Wasserwerken für 282 Mill. $ in Chile bekannt. In den USA erwarb Thames die E'town Corp (New Jersey) für eine Milliarde $.

Genügend Geld in der Kasse



RWE

kann sich die Expansion leisten: Nach dem Ausstieg aus der Telekommunikation (E-Plus, Otelo, Telecolumbus) hat der Konzern laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg netto acht 8 Mrd. Euro in der Kasse. Ein Versuch von RWE, Vivendi Environnement für 30 Mrd. Euro zu übernehmen, sei von der Vivendi SA abgelehnt worden. Im Geschäftsjahr bis 30. Juni 2000 hatte RWE gerade 1,5 Mrd. Euro mit Wasser und Entsorgung umgesetzt.

Der Verkauf der DEA-Raffinerien und-Tankstellen an BP Amoco würde den Finanzspielraum der RWE AG bei ihrem Expansionsdrang noch erweitern. Die BP würde mit DEA in Deutschland 2 533 Tankstellen betreiben und damit den bisherigen Marktführer Aral (2 322 Tankstellen) überflügeln. Die "Welt" schrieb am Samstag, der Verkauf der DEA an BP sei "so gut wie perfekt".

Im Geschäftsjahr 1999/2000 hatte RWE den Konzerngewinn zwar steuerbedingt um 5,5 % auf 1,212 Mrd. Euro gesteigert. Der Ertrag vor Steuern fiel jedoch um ein Fünftel auf 2,151 Mrd. Euro. Grund seien sinkende Strompreise und Margen im Ölgeschäft, hieß es. Der Konzernumsatz stieg dank Einbeziehung von Unternehmen im Ausland um ein Viertel auf knapp 48 Mrd. Euro.



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