Ausstieg aus der Versorgersparte
Geplanter Rückzug beflügelt Vivendi-Kurs

Der Aktienkurs von Vivendi Universal ist am Freitag deutlich gestiegen, nachdem der hoch verschuldete Medienkonzern am Vorabend den Ausstieg aus der Versorgersparte Vivendi Environnement angekündigt hatte.

Reuters PARIS. Der schrittweise Rückzug aus dem 150 Jahre alten Wasserversorgungsgeschäft, das ursprünglich die Keimzelle des Konzerns war, soll nach Vivendi-Angaben zum Abbau des Schuldenbergs von 19 Milliarden Euro beitragen. Außerdem braucht der französisch-amerikanische Konzern Geld für die vollständige Übernahme des lukrativen Telekom-Unternehmens Cegetel, an dem auch Vodafone interessiert ist.

Vivendi hatte am Donnerstag zudem mitgeteilt, der Verkauf des Lehrbuchverlags Houghton Mifflin an eine Investorengruppe für 1,7 Milliarden Euro sei bereits unter Dach und Fach. Vivendi ist der weltweit größte Wasserversorger vor dem französischen Konkurrenten Suez und dem Essener Energiekonzern RWE. Vivendi will den Angaben zufolge die Hälfte ihrer 40-Prozent-Beteiligung am Wasserversorger Vivendi Environnement an "eine begrenzte Zahl" von Käufern abgeben. Zugleich erhalten diese Käufer eine Option bis Ende 2004 für die Übernahme der restlichen Anteile. Die Investmentbanken Lazard und Merrill Lynch haben den Angaben nach den Auftrag zur Käufersuche.

Verhandlungsnahen Kreisen zufolge ist der Konzern bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einer Reihe hauptsächlich einheimischer Institutionen, die den weltgrößten Wasserversorger in französischer Hand halten würden. Der Wert des Vivendi-Anteils an Vivendi Environnement beträgt beim derzeitigen Marktpreis rund 3,8 Milliarden Euro.

Einschließlich der Vivendi-Environnement-Transaktion werde der Konzern bis Ende 2002 Vermögenswerte über sieben Milliarden Euro veräußern, kündigte teilte Vivendi weiter an. Bislang hatte das Unternehmen Verkäufe im Wert von fünf Milliarden Euro geplant. In einem freundlichen Marktumfeld an der Pariser Börse stiegen Vivendi-Aktien am Freitagvormittag um mehr als sechs Prozent auf 13,84 Euro.

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