Ausstieg von France Telecom
Noch keine Entscheidung über Mobilcom-Schulden

Das von der Insolvenz bedrohte Mobilfunkunternehmen Mobilcom hat einen Bericht des Handelsblatts über die angebliche Übernahme eines Teils seiner Schulden durch den Telefonkonzern France Telecom heute zunächst nicht kommentiert.

Reuters BÜDELSDORF/FRANKFURT. Es gebe noch keine Entscheidung über eine weitere Stundung der Milliarden-Kredite, sagte ein Mobilcom Mobilcom-Sprecher. werde sich in einer Pflichtmitteilung noch im Laufe des Montags zur Refinanzierung seiner Kredite äußern, kündigte der Sprecher an. Zu den Verhandlungen zwischen Mobilcom und seinem Anteilseigner France Telecom bestehe weiterhin Stillschweigen. Die Mobilcom-Aktie reagierte auf den Zeitungsbericht am Vormittag mit einem Kurssprung um mehr als 30 Prozent auf 2,75 Euro.

Die bereits von den Banken verlängerte Frist für die Refinanzierung der Schulden in Höhe von 4,7 Milliarden Euro läuft an diesem Montag aus. Falls die Kredite nicht erneut gestundet werden, droht Mobilcom die Zahlungsunfähigkeit. Londoner Bankenkreise hatten bereits am Freitag die Erwartung geäußert, dass France Telecom einen Teil der Mobilcom-Schulden übernehmen und dadurch eine weitere Fristverlängerung für die Kredite erreichen könnte.

Nach Informationen des Handelsblatts will der selbst hoch verschuldete französische Konzern einen Teil der Mobilcom-Schulden übernehmen und sich aus dem deutschen Mobilfunkunternehmen zurückziehen. Die Darlehen über 4,7 Milliarden Euro wollen die Banken dem Blatt zufolge bis zu einer endgültigen Vereinbarung mit France Telecom stunden. Die Verträge hierüber seien noch nicht paraphiert worden, hat das Handelsblatt aus dem Umfeld von Aufsichtsratschef Dieter Vogel erfahren, der die Verhandlungen zwischen Mobilcom und France Telecom führt.

France Telecom erwägt dem Bericht zufolge, seine Beteiligung von 28,5 Prozent an dem Büdelsdorfer Mobilfunkanbieter an die kreditgebenden Banken zu verkaufen. Mit dem Erlös wolle France Telecom einen Teil der an diesem Montag fällig werdenden Mobilcom-Schulden von 4,7 Milliarden Euro erlassen bekommen. Falls die Banken die Mobilcom-Aktien übernähmen, wollten sie diese Anteile zu einem späteren Zeitpunkt in einer Zweitplatzierung an die Börse bringen, hieß es in den zitierten Kreisen weiter.

Durch die Verträge mit den kreditgebenden Banken sei die ebenfalls hoch verschuldete France Telecom verpflichtet, für die Mobilcom-Schulden aufzukommen und zusätzliche Gelder für die UMTS-Sparte des Büdelsdorfer Unternehmens zur Verfügung zu stellen. Im Gespräch sei hier ein dreistelliger Millionen-Euro-Betrag, berichtete das Blatt unter Berufung auf Finanzkreise. Er solle weitere Kapitalhilfen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Landes Schleswig-Holstein überflüssig machen.

Die KfW hatte bislang 50 Millionen Euro Soforthilfe gewährt und damit die Zahlungsunfähigkeit von Mobilcom vorübergehend abgewendet. Weitere Mittel von bis zu 350 Millionen Euro wollen die KfW und die Kieler Landesbank nur gegen entsprechende Sicherheiten als Darlehen und auf der Basis einer tragfähigen Sanierung gewähren. Vorstandschef Thorsten Grenz hat in diesem Zusammenhang bereits den Abbau von fast der Hälfte der gut 5000 Stellen angekündigt.

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