Ausstieg wäre falsches Signal
ÖTV bleibt im Bündnis für Arbeit

Trotz heftiger Kritik aus den eigenen Reihen bleibt die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) im Bündnis für Arbeit. Der Gewerkschaftstag folgte damit dem Vorschlag des neuen Vorsitzenden Frank Bsirske.

ap LEIPZIG. Trotz heftiger Kritik aus den eigenen Reihen bleibt die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) im Bündnis für Arbeit. Der Gewerkschaftstag in Leipzig folgte am Freitag ihrem neuen Vorsitzenden Frank Bsirske und nahm einen Antrag zur Fortsetzung der Gesprächsrunde an. Die regelmäßigen Treffen zwischen Bundesregierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften wurden dennoch scharf kritisiert, besonders die rot-grüne Koalition. Ein Ausstieg aus dem Bündnis aber, argumentierten viele Delegierte, wäre das falsche Signal.

Der am Donnerstag mit deutlicher Mehrheit zum neuen ÖTV-Chef gewählte Bsirske warb dafür, an den Gesprächen weiter teilzunehmen, um die Interessen der Gewerkschaften zu vertreten. Ob es dann zu einem Bündnis komme, hänge von den Ergebnissen ab. In dem beschlossenen Antrag wird die ÖTV-Spitze aufgefordert, das Bündnis "aktiv mitzugestalten und voranzutreiben". Dabei müsse es mehr als bisher um die "Umverteilung von Arbeit" gehen. Zudem sollen die Ergebnisse der Gespräche künftig regelmäßig bewertet werden.



"ÖTV kann sich eine Schwächung Bsirkes nicht leisten"

Der Vorsitzende des Bezirks Nordrhein-Westfalen II, Hartmut Limbeck, sagte vor der Abstimmung, er sei zwar ein entschiedener Gegner des Bündnisses. Ein jetzt beschlossener Ausstieg wäre aber eine Schwächung Bsirkes, die sich die ÖTV in der derzeitigen Situation nicht leisten könne.

Der bayerische ÖTV-Bezirksvorsitzende Michael Wendl sagte, die Gewerkschaften hätten mit dem Bündnis die konsequente Vertretung der Mitgliederinteressen aufgegeben. Dafür habe es für sie eine medienwirksame Bestandssicherung in den politischen Institutionen gegeben. Der Ausstieg wäre deshalb eigentlich die richtige Konsequenz. Doch seien die Gewerkschaften verpflichtet, in diesen Institutionen vertreten zu sein, deshalb wäre ein Ausstieg falsch. Wendl betonte aber, das Bündnis und die Mobilisierung auf der Straße schlössen sich nicht aus.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%