Australien und Deutschland können nur zuschauen
China macht USA Vormachtstellung streitig

Aus dem erwarteten Dreikampf um die führende Sportnation ist zwei Tage vor dem Ende der Olympischen Spiele in Athen ein Duell geworden. China fordert die USA heraus, Russland scheint dabei chancenlos. Das US-Team wird seine Spitzenposition in Athen noch einmal verteidigen können, obwohl es weniger Goldmedaillen gewinnen wird als noch in Sydney, wo 40 erste Plätze verbucht wurden. Doch die Männer aus dem "Reich der Mitte" sind auf dem Vormarsch.

HB ATHEN. Nach Platz drei in Sydney mit der Rekord- Medaillenbilanz von 28 Gold-, 16 Silber- und 15 Bronzeplaketten werden sie erstmals auf Platz zwei einkommen. Deutschland und Australien bleibt nur noch die Rolle abgeschlagener Verfolger.

"Die großen Gewinner der Spiele sind schon jetzt die Asiaten mit China und Japan", resümierte IOC-Präsident Jacques Rogge am Freitag. China fehlten nur noch fünf Medaillen, um die Sydney-Bilanz zu übertreffen. Japan registrierte mit 15 Mal Gold, neun Mal Silber und zehn Mal Bronze die höchste Zahl von Medaillengewinnen seit dem olympischen Debüt 1920. Der Aufschwung von China und Japan sei eine sehr gute Voraussetzung für die nächsten Spiele in Peking, sagte Rogge. Die Erfolgsausbeute beider Nationen verwundere ihn nicht. Nachdem der Belgier das neue japanische High-Tech-Leistungszentrum in Yokohama besucht hatte, zeigte er sich sehr beeindruckt. "Das ist beispiellos, so etwas habe ich noch nie gesehen", schwärmte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Bei den Heim-(Spielen) in Peking 2008 sollen alle anderen ihr rotes Wunder erleben, kündigen die Chinesen hinter vorgehaltener Hand an. "Strategie Gold" heißt ihr Slogan, den das Sportkomitee mit dem Segen der sozialistischen Sportführung ausgearbeitet hat und der China zur Nummer eins aufsteigen lassen soll. Mit wie viel Mill. Dollar das Projekt unterstützt wird, wollte der Chef de Mission, Li Furong, nicht verraten.

Das langfristig angelegte Förderprogramm ähnelt in vielem dem des untergegangenen DDR-Sports. 17 000 Athleten werden in Stützpunkten, die übers ganze Land verteilt sind, durch ein Elite-Trainingssystem hoch professionell betreut. Keine Sportart wird ausgelassen. Sich für Gold zu quälen, lohnt sich. 18 000 Dollar gibt es für einen Olympiasieg. Bei einem jährlichen Durchschnittseinkommen von 1000 Dollar gleicht die Prämie einem Sechser im Lotto.

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