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Australien und Indonesien befürchten weitere Anschläge

Nach dem blutigen Autobombenanschlag auf die australische Botschaft in Jakarta befürchten Australien und Indonesien weitere Terrorakte. Geheimdienstinformationen ließen darauf schließen, dass neben der Islamistenorganisation Jemaah Islamiyah eine zweite Terrorgruppe aktiv sei, sagte der australische Polizeichef Mick Keelty am Samstag.

dpa JAKARTA. Nach dem blutigen Autobombenanschlag auf die australische Botschaft in Jakarta befürchten Australien und Indonesien weitere Terrorakte. Geheimdienstinformationen ließen darauf schließen, dass neben der Islamistenorganisation Jemaah Islamiyah eine zweite Terrorgruppe aktiv sei, sagte der australische Polizeichef Mick Keelty am Samstag.

Sein indonesischer Amtskollege Da'i Bachtiar sagte: "Diese Gruppe wird wieder zuschlagen. Es ist nur die Frage, wie und wann." Bei dem Attentat waren am Donnerstag neun Menschen getötet und rund 180 verletzt worden.

Laut Keelty rekrutierte den Geheimdiensthinweisen zufolge der flüchtige Bombenexperte Azahari Husin Mitglieder für eine neue Terrorzelle, die parallel zur Jemaah Islamiyah (JI) aktiv sei. Diese Informationen müssten ernst genommen werden, sagte er. Australien und Indonesien hatten unmittelbar nach dem Attentat die Vermutung geäußert, dass JI hinter dem Anschlag auf die Botschaft steckt. Die Gruppe wird auch für das Attentat auf ein Luxushotel in Jakarta verantwortlich gemacht, bei dem im August vorigen Jahres 13 Menschen starben, sowie für das Blutbad von Bali 2002 mit 202 Toten.

Die Ermittler vermuteten inzwischen, dass sich zwei oder drei Selbstmordattentäter in dem möglicherweise mit TNT und Schwefel beladenen Kleinbus befanden, sagte Keelty. Nähere Aufschlüsse erwarte man von der Untersuchung der Leichenteile.

Der australische Regierungschef John Howard ordnete angesichts des Anschlages eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen für die Botschaften seines Landes an. Zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 sagte er: "Der Kampf gegen den Terror wird eine lange und blutige Schlacht." Jeder, der anders darüber denke, mache sich Illusionen. Die Welt habe sich an diesem Tag verändert.

Aus Protest gegen den Anschlag auf die australische Botschaft demonstrierten am Samstag in Jakarta mehrere hundert Mitglieder einer muslimischen Vereinigung. Sie forderten die Behörden auf, die Hintermänner des Attentats so schnell wie möglich zu finden.

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