Australiens Geschichte und Zukunft im Schnelldurchgang
Symbolische Wiedervereinigung Koreas in Sydney

Vor der offiziellen Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Sydney hat ein als farbenfrohes Spektakel inszenierter Abriss der australischen Geschichte 110 000 Zuschauer im Stadion und Mill. Fernsehzuschauer in aller Welt in den Bann geschlagen.

ap/dpa SYDNEY. Galoppierende Pferde, ein dreidimensionales Luft-Aquarium, Traumsequenzen eines 13-jährigen Mädchens in der Tradition der Aborigines führten die Utopie einer Welt des friedlichen Miteinanders und der Toleranz vor Augen.

Musikalisch untermalt wurde die Show eingangs von Videoclips mit John Lennons "Imagine", gesungen von dem verstorbenen Exbeatle und Stevie Wonder, Australiens inoffizieller Hymne "Waltzing Mathilda", Gesängen und Didgeridoo-Klängen der Ureinwohner bis hin zu Wagners "Also sprach Zarathustra".

Die 13-jährige Nikki Webster stellte das "Heldenmädchen" dar, das von dem Zeremonienmeister der Aborigines, Djakapurra, auf einer Traumreise begleitet wurde. Nachdem 120 Reiter die fünf olympischen Ringe geformt hatten, zeigte die nächste Sequenz das "Tiefseeträumen", basierend auf den Glauben der Ureinwohner über die Entstehung der Welt und der Interaktion des Menschen mit der Natur. Webster schwebte dabei durch ein von farbenfrohen Fischfiguren bevölkertes "Luft-Aquarium". Dann wurde sie von Djakapurra mit Körperfarbe bemalt und in die Geisterwelt der Aborigines eingeführt. 220 Akteure bliesen Feuer an, die Buschfeuer - das Symbol für das Ende und den Beginn eines neuen Lebenszyklus - darstellten. Neue Pflanzen schossen empor, in denen sich Kängurus, Platypus und andere einzigartige Tiere des fünften Kontinents bewegten.

Mit den europäischen Kolonisatoren kam die Industrialisierung nach Australien, dargestellt in einer "Tin Symphony". Einige Akteure fuhren in großen Dreirädern umher, andere liefen wie Hamster in riesigen Stahlrädern. Schiffscontainer mutierten zu Schafen, dem wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztier des Gastgeberlands, und ein Rasenmäher-Ballett nahm ironisch das australische Vorstadtleben aufs Korn. Die massive Einwanderung, die das australische Wirtschaftswachstum möglich machte, wurde von fünf in verschiedenen Farben gekleideten Gruppen dargestellt. Jede marschierte nach ihrem eigenen Rhythmus ein, bevor die Kakophonie in ein gemeinsames Lied mündete. Die Erwachsenen machten Kindern Platz, die sich bunt als Symbol für eine gemeinsame Zukunft im gegenseitigen Verstehen vermischten.

Dann marschierten die 10 000 Athleten ein - darunter erstmals die von Nord- und Südkorea Seite an Seite . Unter einer gemeinsamen Fahne - gehalten von Sportlern beider Länder - zogen die jeweils 90 Sportlerinnen und Sportler aus dem Nord- und Südteil der Halbinsel ins "Stadium Australia" von Sydney ein. Die Fahne zeigte das ganze Korea auf weißem Grund. Riesiger Beifall begleitete diese politische Demonstration.

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