Australische Brände gefährden kein bewohntes Gebiet mehr
Australien: Retter drängten Feuer zurück

Rettungskräfte haben die verheerenden Buschbrände im Südosten Australiens am Dienstag weitgehend unter Kontrolle gebracht, zugleich jedoch vor einem neuen Aufflammen gewarnt.

dpa SYDNEY. Die Flammen fraßen sich nur noch durch einige vollkommen trockene Wälder südlich von Sydney, gefährdeten aber keine bewohnten Gebiete mehr. Neue heiße Winde könnten allerdings aus den Glutnestern am Boden in den kommenden Tagen wieder in Minutenschnelle ein Flammenmeer entstehen lassen, hieß es. Zugleich setzte in Australien eine heftige Debatte über politische Versäumnisse beim Kampf gegen die Katastrophe ein.

Mehrere tausend Menschen kehrten in ihre Häuser zurück, die in den südlichen Küstengebieten in New South Wales gefährdet gewesen waren. Am Montag hatte Regen die Flammen um die Millionenmetropole Sydney niedergedrückt. Das Gebiet um den Morton Nationalpark und den McDonald Staatsforst blieb indessen trocken, so dass sich hier noch am Dienstagmorgen eine 45 Kilometer lange Feuerfront bildete.

"Sicherlich ist die Feuergefahr noch nicht gebannt", sagte Feuerwehrsprecher Cameron Wade am Dienstag dem Radiosender ABC. Er mahnte zu äußerst vorsichtigem Umgang mit offenem Feuer. Auch um Melbourne, die Hauptstadt des südlichen Bundesstaats Victoria, herum gab es einzelne Brände.

Nach gut zwei Wochen mit bis zu 100 Brandherden forderte die Regierung Westaustraliens, den Kampf gegen Buschfeuer landesweit besser zu koordinieren. Australien sei zwar Beistandsabkommen für Buschbrände in den USA eingegangen, es gebe aber keine inneraustralischen Vorkehrungen ähnlicher Art, schrieb der Chef der Regionalregierung, Eric Ripper, an Premierminister John Howard.

Außerdem begannen Debatten über den richtigen Ort zum Wiederaufbau der rund 170 verbrannten Häuser. Traditionell bauen die Menschen die Häuser wieder an den gefährdeten Orten auf. "Manche Menschen lernen nie", sagte eine Bewohnerin, Agnes Amundsen. Während es bei der aktuellen Katastrophe bislang keine Toten gab, waren bei den letzten großen australischen Buschfeuern 1994 vier Menschen gestorben. 1983 waren es sogar 76, 1968 gab es 14 Opfer.

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