Australische Firma will in den nächsten Wochen eine Probe an Universität Kiel senden
Noch keine Einigung über Einfuhr von embryonalen Stammzellen

Die Hochschule dementierte am Donnerstag einen Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», wonach die umstrittene Einfuhr unmittelbar bevorstehe. Es gebe lediglich Planungen, aber noch keine konkrete Projektphase. Stichwort: embryonale und adulte Stammzellen

dpa SYDNEY/KIEL/FRANKFURT. Zwischen der Kieler Universität und einer australischen Biotechnologie-Firma besteht noch keine Einigung über die Einfuhr von embryonalen Stammzellen nach Deutschland. Die Zellen kämen aus Singapur, wo sie aus überzähligen Embryonen nach künstlichen Befruchtungen gewonnen worden seien, heißt es in dem FAZ-Bericht. Bislang waren nur Pläne des Bonner Gehirnforschers Oliver Brüstle zum Import embryonaler Stammzellen bekannt. Brüstle hat als erster Mediziner in Deutschland bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einen Förderantrag zur Forschung mit solchen Zellen gestellt. Dabei wird er vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) unterstützt. Clements Vorstoß wurde zuletzt heftig kritisiert.

Nach Ansicht von Prof. Stefan Rose-John, der am Zentrum für Biochemie der Christian-Albrechts-Universität in Kiel lehrt, sei der Import der Stammzellen nach dem deutschen Embryonenschutzgesetz legal, schreibt die Zeitung. Rose-John sagte der "FAZ", dass er mit seinen Forschungen das Ziel verfolge, den Verbrauch von Embryonen zur Gewinnung von Ersatzgewebe für Schwerkranke deutlich reduzieren zu können oder sogar überflüssig zu machen.

Das australische Unternehmen hütet den Angaben der Zeitung zufolge eine von weltweit drei Kulturen der schwer zu gewinnenden Zellen und möchte sie Forschern unentgeltlich zur Verfügung stellen. Im Gegenzug verpflichten sich die Empfänger, die Firma später an möglichen kommerziellen Anwendungen zu beteiligen.

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