Australische Forscher entwickeln Kleinstantennen für Operationen
Mit Mikrowellen Herzkrankheiten heilen

Mikrowellen eignen sich zu weitaus mehr, als nur Essen aufzutauen oder Wasser zu kochen. So haben australische Wissenschaftler entdeckt, dass sie die Mikrowellenenergie auch für die Heilung potenziell tödlicher Herzrhythmusstörungen einsetzen können.

bia DÜSSELDORF. Forscher der University of Technology Sydney (UTS) sowie Mediziner des Westmead Hospital haben entsprechende Miniatur-Mikrowellenantennen entwickelt, die bei einer Schlüssellochchirurgie am Herzen verwendet werden können. Dabei wird Mikrowellenenergie für die gezielte Entfernung von geschädigtem Herzgewebe eingesetzt.

Herzrhythmusstörungen sind eine weit verbreitete Herzerkrankung - sie zählen zu den Ursachen eines Herzinfarkts. Derartige Störungen wurden gewöhnlich durch Eingriffe am offenen Herzen - allerdings nur bei ansonsten gesunden und stabilen Patienten - oder medikamentös behandelt, was nur zu 50 % erfolgreich ist und zum Teil mit lebensgefährlichen Nebenwirkungen verbunden sein kann.

"Inzwischen haben Chirurgen damit begonnen, auch eine weniger invasive Technik einzusetzen. Dabei werden Elektroden mittels Katheter ins Herz eingeführt und Hochfrequenz(HF)-Energie eingesetzt, um beschädigtes Gewebe zu entfernen", sagt Ananda Mohan Sanagavarapu, Leiterin des UTS-Teams. Die HF-Energie habe jedoch mehrere Nachteile, beispielsweise das Risiko einer Gerinnselentstehung an den Stellen, wo die Elektroden mit dem Herzgewebe in Berührung kommen. Mikrowellentechniken, die üblicherweise bei drahtloser Kommunikation zum Einsatz kommen, könnten die Nachteile der Radiowellen eliminieren. Der Einsatz von Mikrowellenenergie basiere nicht auf Gewebekontakt, sei einfacher zu kontrollieren und eine Behandlung könne zielgenau durchgeführt werden. Notwendig sei dafür die Entwicklung geeigneter Antennen.

Mehrere Modelle von Miniatur- Mikrowellenantennen haben die Forscher bereits entworfen und hergestellt. "Es besteht die Aussicht auf eine minimal invasive, kostengünstige Behandlung, die die Störungen heilt und Patienten schneller genesen lässt", heißt es. Tierversuche mit der neuen Technik werden in Kürze beginnen.

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