Australische Zeitung
Angeblich neues Saddam-Tonband aufgetaucht

Eine australische Zeitung ist nach eigenen Angaben im Besitz eines Tonbandes, auf dem möglicherweise die Stimme des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein zu hören ist. Auf dem Band fordere Saddam sein Volk zu einem Untergrundkampf gegen die US-Streitkräfte im Land auf, teilte der "Sydney Morning Herald" am Mittwoch in der australischen Metropole mit.

Reuters SYDNEY. Das Dokument sei Mitarbeitern der Zeitung in Bagdad gegeben worden, nachdem es den Besitzern nicht gelungen sei, es dem arabischen Fernsehsender El Dschasira zukommen zu lassen. Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass die Stimme vermutlich echt sei.

"Der Herald hat das Band, das angeblich vor zwei Tagen aufgezeichnet wurde, einem australischen Sprach-Sachverständigen und mehr als einem Dutzend Iraker vorgespielt. Die überwiegende Meinung war, dass die Stimme und Rhetorik sehr ähnlich oder identisch mit der Saddams sind", teilte das Blatt weiter mit. Die Zeitung wolle das Band noch am Mittwoch US-Behörden und El Dschasira zugänglich machen.

Müde Stimme fordert: Schmeißt den Feind aus dem Land

In einem 15-minütigen Monolog ist nach Angaben des Herald eine müde klingende Stimme zu hören, deren Worte durch häufiges Husten unterbrochen werden. Der angebliche Saddam fordere seine Landsleute zum Rausschmiss der Invasoren auf: "Es scheint, als ob wir zu der geheimen Art des Kampfes zurückkehren müssen, mit der wir unser Leben begonnen haben", sagt die Stimme der Übersetzung zufolge. "Durch diese geheimen Maßnahmen spreche ich zu Euch aus dem großartigen Irak und ich sage Euch, dass Eure Hauptaufgabe - Ihr Araber und Kurden, Schiiten und Sunniten, Moslems und Christen und das gesamte irakische Volk aller Religionen - dass Eure Hauptaufgabe darin besteht, den Feind aus dem Land zu schmeißen".

Zwei Männer hatten der Zeitung den Angaben zufolge das Band am Montag übergeben, nachdem sie ein als "Presse" gekennzeichnetes Auto des Blattes vor dem Hotel "Palestine" im Zentrum Bagdads entdeckt hatten. In dem Hotel sind zahlreiche ausländische Journalisten untergebracht. Die Männer hätten versucht, das Hotel zu betreten, seien jedoch von US-Soldaten daran gehindert worden.

Nach Angaben des Übersetzers des Herald sprachen die Männer mit einem Akzent aus Saddams Heimatregion Tikrit. Sie hätten behauptet, Saddam habe die Ansprache am Montagmorgen gehalten und wünsche die Verbreitung an alle Iraker.

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