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Austrian Airlines neuer Herr bei Lauda Air

Nach dem Rücktritt des ehemaligen Formel-1- Rennfahrers Niki Laudas hat sich der Mehrheitseigner Austrian Airlines (AUA) die österreichische Fluggesellschaft Lauda Air einverleibt.

dpa WIEN. Nach dem Rücktritt des ehemaligen Formel-1- Rennfahrers Niki Laudas hat sich der Mehrheitseigner Austrian Airlines (AUA) die österreichische Fluggesellschaft Lauda Air einverleibt. Dazu übernimmt die AUA Lauda Air-Aktien von der Lufthansa und stockt ihren Anteil so von derzeit knapp 36 auf knapp 47 % auf. In einer zweiten Tranche sollen es mehr als 50 % werden. Das teilte der Aufsichtsratspräsident der Lauda Air, Rudolf Streicher, am Samstagabend nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung mit. In den Vorstand der 1979 von Niki Lauda gegründeten Fluglinie wurden zwei AUA-Manager bestellt: Ferdinand Schmidt und Klaus Stöger.

Zuvor war der bisherige Finanzvorstand von Lauda Air, Peter Henning Thöle, zurückgetreten. Dies berichtet die österreichische Nachrichtenagentur APA. Der Aufsichtsrat der finanziell angeschlagenen Lauda Air war am Samstag zusammengekommen, um über eine Interims-Führung zu beraten, nachdem am vergangenen Dienstag Vorstandsvorsitzender Niki Lauda das Handtuch geworfen hatte. Der dreifache Formel-1-Weltmeister Lauda hatte den Schritt mit Unregelmäßigkeiten bei Fremdwährungsgeschäften der Gesellschaft begründet. Wirtschaftsprüfer hätten diese festgestellt. Den Antrag von Lauda Air-Vorstandsmitglied Otmar Lenz auf eine Vertragsverlängerung hätten die Aufsichtsräte abgelehnt, zitiert APA Thöle.

An der börsennotierten Lauda Air war die Deutsche Lufthansa bisher mit 20 % beteiligt. 30 % hält Niki Lauda. Die teilstaatliche AUA will das Unternehmen nun sanieren und neu strukturieren. Auf die 30 % von Niki Lauda hat sie bis zum Sommer ein Vorkaufsrecht.

Unterdessen machte ein offener Brief von Ex-Finanzvorstand Thöle die großen Differenzen zwischen dem Management von Lauda Air und AUA deutlich. Das Vertrauensverhältnis sei gestört, schrieb Thöle. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates habe ihm den Rücktritt nahe gelegt. Die von Austrian Airlines nominierten Mitglieder des Aufsichtsrates seien ihm mit "unverhohlenem Misstrauen" gegenübergetreten. Auf der kommenden Hauptversammlung wolle die AUA Schadensersatzansprüche gegen ihn als Vorstandsmitglied geltend machen. Diese seien völlig unbegründet. Unter der "hasserfüllten und emotionalen" Atmosphäre sei sachliche Arbeit aber nicht mehr möglich.

Die AUA hatte die finanziell angespannte Situation bei Lauda Air in der vergangenen Woche für ihr eigenes Bilanzminus von rund 37 Mill. DM (18,9 Mio Euro) verantwortlich gemacht. Angeblich hatte Lauda Air 157 Mill. DM Verluste gemacht. Niki Lauda hatte dies bestritten. Er verschaffte sich Luft in der Bilanz, indem er einige Flugzeuge verkaufte und wieder zurück mietete. Die AUA kritisierte diesen Schritt als "unverantwortliche Kredite auf die Zukunft" und warf Lauda die Schädigung des Unternehmens vor.

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