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Austrian Airlines senkt 2004-Ziel - Kerosinzuschläge - Aktie sinkt

Die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines Group (AUA) hat ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr unter anderem wegen hoher Kerosinkosten zusammengestrichen und will ihre Treibstoffzuschläge erneut erhöhen. Die Aktie brach am Montag ein.

dpa-afx WIEN. Die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines Group (AUA) hat ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr unter anderem wegen hoher Kerosinkosten zusammengestrichen und will ihre Treibstoffzuschläge erneut erhöhen. Die Aktie brach am Montag ein.

Wegen der Entwicklung im vierten Quartal erwartet die Gesellschaft nun ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von zehn Mill. Euro, wie sie am Montag in Wien mitteilte. Das bisherige Ziel von 50 Mill. Euro könne nur auf unbereinigter Basis gehalten werden.

Wniger Flüge - Höhere Kerosinzuschläge

Die hohen Treibstoffkosten lasteten auf dem operativen Ergebnis. Außerdem führten Überkapazitäten im Markt zu einem Rückgang der Auslastung im vierten Quartal, meldete die Fluggesellschaft. Als Gegenmaßnahme fährt die AUA die Zahl ihrer Mittelstreckenflüge um rund drei Prozent zurück. Zudem werden die Treibstoffzuschläge per 29. November nunmehr bereits zum dritten Mal erhöht.

Die Zuschläge pro Kurz- und Mittelstreckenflug werden von sieben auf 9 Euro angehoben. Für Langstreckenflüge steigen sie von bisher 17 auf 25 Euro und für Flüge nach Australien von 22 auf 28 Euro pro Strecke. Damit könne - gerechnet auf Jahresbasis - ein Deckungsgrad der Mehrkosten aus dem Titel Kerosinpreis von rund 50 Prozent erzielt werden, meldete die AUA.

Aktie Bricht EIN

An der Wiener Börse verlor die AUA-Aktie bis zum Mittag deutlich an Wert. Die Aktie verbilligte sich um 8,33 Prozent auf 9,90 Euro. Die Umsätze waren überdurchschnittlich hoch.

In Europa sei im allgemein nachfrageschwachen vierten Quartal derzeit "der Markt gesättigt und konnte das hohe Angebot nicht mehr aufnehmen", sagte ein AUA-Sprecher. "Die Aufnahmefähigkeit des Marktes war für den großen Expansionsschub der Austrian Airlines Group im vierten Quartal offensichtlich nicht groß genug."

AUA-Strategie Eines Nischencarriers Bleibt

Wegen der bestehenden Überkapazitäten habe der Passagierladefaktor (Auslastung) auf der Mittelstrecke um zirka drei Prozentpunkte gegenüber den gesetzten Erwartungen nachgegeben. Die AUA-Gruppe habe sich für die Ausdünnung einiger Mittelstreckenflüge nach West- und Osteuropa entschieden. Die zweite Möglichkeit wäre gewesen, "in einen ruinösen Preiswettbewerb einzutreten".

An der AUA-Strategie - ein Nischencarrier, der in ausgewählten Verkehrsgebieten wie Mittel-/Osteuropa Marktführerschaft anstrebt - werde festgehalten. "Die Strategie stimmt und ist nachweislich erfolgreich", sagte der Sprecher.

Interne Schritte

Austrian Airlines setze auch interne Maßnahmen. Jede Investition werde besonders exakt auf ihren Ertragswert (Return on Investment/RIO) überprüft. Stellen wolle die Fluggesellschaft nicht streichen. Bei der Rückführung verzinslicher Verbindlichkeiten liegt die AUA nach eigenen Angaben im Plan. Seit Ende 2001 wurden rund 800 Mill. Euro zurückbezahlt, der Schuldenstand sank von 2,7 auf 1,9 Mrd. Euro.

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