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Ausverkauf nach schlechten Nachrichten

"Sell in May - and go away" - diese Börsenweisheit scheinen die Anleger am vorletzten Tag des Monats zu beherzigen. An der Wall Street herrschte am Mittwoch Ausverkaufsstimmung. Der Nasdaq Index schloß den dritten Tag in Folge im Minus und auch der Dow Jones landete in den roten Zahlen. Der Index der Blue Chips rutschte zum ersten Mal in zehn Handelstagen unter die 11.000 Punkte Marke.

Auslöser war Sun Microsystems. Nachdem der Serverhersteller seine Umsatz- und Gewinnprognosen deutlich gesenkt hat, gehörte die Aktie zu den Schlusslichtern an der Nasdaq. Angesichts einer nicht abreissenden Kette schlechter Nachrichten kehrte die Angst der Investoren zurück , die Unternehmensergebnisse im laufenen zweiten Quartal könnten noch schlechter ausfallen als bisher angenommen. Negative Analystenkommentare über die Entwicklungen auf dem Chipmarkt taten ein Übriges. Hardware, Chip- und Netzwerktechnik wurden am meisten in Mitleidenschaft gezogen, aber auch Biotechnologie-, Finanz- und Chemie-Titel konnten sich nicht gegen den Abwärtstrend stemmen.

Zu den größten Verlierern im Dow Jones Index gehörten Hewlett-Packard, Intel, Alcoa, Caterpillar, Eastman Kodak and Walt Disney. Unter den Blue Chips schafften es nur Wal-Mart und Exxon Mobil ins Plus. Exxon Mobil wird einen Aktiensplitt im Verhältnis 2 für 1 durchführen. Damit wird das Papier wenigstens optisch billiger und somit auch für Kleinanleger attraktiver. Aktionäre werden zudem mit einer höheren Dividende für ihr Investment belohnt. Exxon Mobil hatte vor Kurzem mit gut fünf Milliarden Dollar den höchsten Quartalsgewinn ausgewiesen, den ein US-Unternehmen jemals erwirtschaftet hat.

Unterdessen hat eine Umfrage von "Investors Intelligence" ergeben, dass der Pessimismus in der Finanzwelt schwindet. Zum fünften Mal innerhalb der vergangenen sechs Wochen hat der Anteil der Pessimisten unter Börsenexperten abgenommen. Kein besonders gutes Zeichen für einen nachhaltigen Aufschwung: Denn je größer der Anteil der Pessimisten bei den Investoren, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann der Tiefpunkt für die Börsen gekommen ist. Pessimisten sind eher weniger im Markt investiert und haben noch Kapital, dass sie einsetzen können.

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