Auswärtiger Ausschuss im November informiert
Irak verfügt angeblich über rollende Labore

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat nach einem Bericht des Magazins "Focus" über Informationen, dass Irak rollende Labore zur Entwicklung und zum Bau von Kampfstoffen einsetzt. Der BND lehnte am Samstag jede Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Reuters BERLIN. Dem "Focus" zufolge sind die Labore als normale Lastwagen getarnt. Details habe der BND dem Auswärtigen Ausschuss des Bundestags bereits im November mitgeteilt. BND-Chef August Hanning habe den Abgeordneten berichtet, die irakische Regierung habe auch in Deutschland Bauteile gekauft, die für solche transportablen Labors verwendet werden könnten. Irak habe zudem versucht, in Deutschland Material für den Bau von Raketen zu erwerben. Die Abgeordneten hätten Hanning Geheimhaltung zusichern müssen.

Das CDU-Ausschussmitglied Andreas Schockenhoff bestätigte, der BND habe den Ausschuss im November unterrichtet. Einzelheiten nannte der Abgeordnete nicht. Die Sitzung habe unter Geheimschutz stattgefunden. Wenn die Bundesregierung relevante Informationen besitzen sollte, sollte sie diese ihren Bündnispartnern weitergeben.

Die USA werfen Irak den Besitz von Massenvernichtungswaffen vor und wollen das Land notfalls auch mit einem Krieg entwaffnen. Irak bestreitet die amerikanischen Vorwürfe. In seiner Rede zur Lage der Nation hatte US-Präsident George W. Bush am Dienstag angekündigt, er werde den Vereinten Nationen (UNO) Anfang Februar Beweise für verbotene Waffenprogramme des arabischen Landes vorlegen.

Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhahn kündigte in der "Leipziger Volkszeitung" eine Verstärkung der gegenwärtig 59 in Kuwait stationierten ABC-Abwehrsoldaten an. Es könnten etwa 200 weitere Soldaten eingesetzt werden und stünden in Marschbereitschaft, sagte Schneiderhahn. Die Einheit zum Aufspüren atomarer, biologischer und chemischer Kampfstoffe ist im Rahmen des Anti-Terror-Einsatzes in Kuwait stationiert. Die mögliche Entsendung weiterer 200 Soldaten in das Land sei durch das Mandat des Bundestags gedeckt, ergänzte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

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