Auswärtiges Amt prüft
ETA warnt Touristen vor Urlaub in Spanien

Bereits vor zwei Wochen war bei der Explosion einer Autobombe vor einem Urlauberhotel an der Costa Brava ein Polizist getötet worden. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes. Im vergangenen Jahr zählte Spanien 48,2 Millionen Urlauber, 11,4 Millionen davon waren Deutsche.

dpa BIBAO/BERLIN. Kurz vor den Osterferien hat die baskische Untergrundorganisation ETA mit neuen Anschlägen in spanischen Touristengebieten gedroht. In einer am Freitag in zwei ETA-nahen Zeitungen veröffentlichten Erklärung warnten die Terroristen vor allem die Europäer davor, Urlaub in Spanien zu machen. Andernfalls sei mit "ungewollten Folgen" zu rechnen.

Im Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die ETA habe seit Dezember 1999 ihre terroristische Aktivitäten wieder verstärkt aufgenommen. Bislang habe es keine Hinweise gegeben, dass sich die Anschläge bewusst gegen Touristen oder Ausländer richteten. Nach den Erklärungen in den Zeitungen werde dies aber geprüft. Reisehinweise würden dann im Falle eines Falles sofort aktualisiert.

Sicherheitshinweise für einreisende Autofahrer seien an den Mautstellen ausgelegt. Darin werden Touristen aufgefordert, nur an Raststätten anzuhalten, keinem Unbekannten zu trauen und sich nicht länger als unbedingt nötig auf Rastplätzen aufzuhalten.

Wenige Minuten vor dem Anschlag im Ferienort Rosas an der Costa Brava am 17. März war eine Jugendgruppe aus Sachsen aus dem Hotel in Sicherheit gebracht worden. Die deutschen Schüler kamen mit dem Schrecken davon. Ihr vor dem Gebäude geparkter Bus brannte wegen der Explosion der 50-Kilo-Bombe völlig aus.

Ein zweiter Sprengsatz der ETA wurde am selben Tag vor einem leer stehenden Hotel im Badeort Gandia südlich von Valencia von der Polizei kontrolliert zur Explosion gebracht. An dem Gebäude entstand Millionenschaden. Den Tod von Menschen nahm die ETA bei den Anschlägen bewusst in Kauf.

In ihrer Erklärung bekannten sich die Terroristen zu diesen zwei sowie zu 13 weiteren Attentaten, bei denen seit Januar insgesamt sechs Menschen getötet wurden. Die Organisation kündigte an, sie habe eine "Kampagne" gegen den Fremdenverkehr gestartet und werde diese fortführen.

Der spanische Hotelverband forderte die Regierung in Madrid auf, die Sicherheitsvorkehrungen in den Ferienorten zu verstärken und eine Imagekampagne zu starten. Auch der Verband der spanischen Reisebüros äußerte sich besorgt. Präsident Jesus Martinez Millan warnte aber zugleich vor Panikmache.

Früher hatte es auch immer wieder Serien von ETA-Anschlägen in Ferienorten gegeben. Bei diesen Anschlägen in den 80er und 90er Jahren wurde nie ein Urlauber getötet, in einzelnen Fällen aber Menschen verletzt. So explodierte im Sommer 1996 eine Bombe in der voll besetzten Abfertigungshalle des Urlauberflughafens Reus bei Tarragona. 35 Menschen erlitten Verletzungen. Die Touristen-Zahl steigt dennoch seit Jahren stetig.

Spanien ist nach Frankreich das zweitbeliebteste Reiseziel der Welt. Im vergangenen Jahr stiegen die Einnahmen aus dem Tourismus auf umgerechnet fast 5,5 Billionen Pesetas (65 Mrd. DM).

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