Auswahlindex des Neuen Marktes fällt erstmals unter 1 000 Punkte
Broadvision und T-Online reißen Nemax 50 in die Tiefe

Es war exakt 17.36 Uhr, als da eintrat, was viele Experten seit Wochen erwarten: Der Auswahlindex Nemax 50 fiel erstmals unter die Marke von 1 000 Punkten. Bei 995,28 Zählern notierte er um 17.38 Uhr und markierte damit ein historisches Tief. Ob es das letzte sein wird, daran wird weiterhin gezweifelt.

FRANKFURT/M. Schließlich litten gestern alle großen Weltbörsen, und eine solche Entwicklung trifft gerade den labilen Neuen Markt besonders hart. Auch wenn es bis Handelsende wieder leicht bergan ging, die Realität zeigt: Es gibt gegenwärtig keinerlei Anhaltspunkte, die auf eine nachhaltige Verbesserung hoffen lassen. Zwar schloss der Nemax 50 im vierstelligen Bereich, bereits heute, da etwa drei Dutzend Unternehmen ihre Zahlen vorlegen, könnte es wieder darunter gehen. Die Schlussstände von 1 018,52 Punkten beim Nemax 50 (- 4,3 %) und 1061,19 Punkten beim Nemax (-5,4 %) bieten kein geruhsames Polster.

Überraschend war gestern, dass auch die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank um 25 Basispunkte nicht zur Aufhellung der Stimmung beitragen konnte. Optimisten hatten hier mit 50 Basispunkten gerechnet. Mitschuld hatten auch die beiden Schwergewichte Broadvision und T-Online . Beide bringen über 20 % an Gewicht im Nemax 50 auf die Waage. Ein Minus von 20,5 % auf 1,63 Euro bei Broadvision und 9 % auf 7,39 Euro bei T-Online führte dazu, dass der komplette Auswahlindex stark litt. Broadvision bekam gestern auch hier zu Lande zu spüren, dass seine Aktie ab dem Monatsende nicht mehr dem Auswahlindex Standard & Poors 500 angehören wird. Gerade institutionelle Anleger trennten sich von dem Software-Anbieters und stürzten den Kurs auf ein neues Allzeittief. Die Zugehörigkeit allein zum Nemax 50 mache den Wert gerade für internationale Großinvestoren nur noch bedingt interessant, hieß es.

T-Online musste gestern mit neuen Analystenschätzungen zu seinen Zahlen kämpfen. Während ABM Amro die Aktie nach dem Verlust von 56,9 Mill. Euro im ersten Halbjahr auf Verkauf herab stufte und sowohl UBS Warburg als auch JP Morgan ihre Kursziele senkten, stufte BNP Paribas die Aktie sogar auf "neutral" hoch. Goldman Sachs und Merck, Finck & Co. äußerten sich positiv über die künftige Entwicklung. Gehör fanden aber nur die Pessimisten.

Eitel Freude herrschte gestern jedoch uneingeschränkt bei den Aktionären des Düsseldorfer Software-Hauses

Wapme

. Das Papier führte erneut die Liste der Tagesgewinner an. Um 29,3 % lag sie im Plus. Innerhalb der letzten sieben Börsentage hat die Aktie damit von etwa 3 auf 6,85 Euro zugelegt. Kurios dabei: Nachrichten aus der Firma gab es seit dem 16. August nicht mehr. Da meldete Wapme ein Kostensenkungsprogramm und ein baldiges Erreichen der Gewinnschwelle.

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