Auswahlindex wird verkleinert
Fondsmanager hoffen auf Imagegewinn für neuen S-Dax

Die Deutsche Börse will den Smax attraktiver machen. Deshalb müssen die Mitglieder des Marktsegments für kleine und mittelgroße Firmen sich ab dem 31. Dezember 2001 an internationale Bilanzierungsregeln orientieren. Zudem sinkt die Zahl der Firmen im Auswahlindex S-Dax zum 24. Juni 2002 von 100 auf 50.

DÜSSELDORF. Fondsmanagerin Gabriele Schernikau hofft auf eine Imagekorrektur des bislang wenig beachteten Segments. "Viele Titel bieten bei geringem Risiko wesentlich mehr Rendite als jedes festverzinsliche Wertpapier", sagt die Experten des Nebenwerte spezialisierten Fondsverwalters Lupus Alpha. Sie lobt zum Beispiel die Unternehmen Edscha und Gildemeister. Ihr Kollege Jochen Mathée vom Vermögensverwalter Invesco empfiehlt die Deutsche Industrie Service AG (DIS), den Automatisierungstechniker Rohwedder und die Deutsche Beteiligungs AG.

Bisher werden die Aktien im Smax kaum beachtet. Und dies, obwohl die meist mittelständischen Unternehmen mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von unter vier teilweise günstig bewertet sind. Auch die Gewinne der Smax-Mitglieder haben sich im Vergleich zum Neuen Markt als robust erwiesen. "Viele Werte sind halt nicht so sexy wie der Neue Markt", beschreibt Fondsmanagerin Schernikau das Imageproblem. Experten zufolge ist der Smax zur Depotbeimischung geeignet. Anleger sollten je nach Risikoneigung einen Nebenwerteanteil von bis zu 15 % in ihrem Aktiendepot halten.

Bereits im Vorfeld der Umstellung erlebt der Smax eine Auslese, so Experte Mathée von Invesco. 20 Unternehmen verlassen in diesem Jahr das Nebenwertesegment. Wenig Nachfrage gab es zum Beispiel nach der Aktie des Aussteigers Möbel Walther. "Es war mal ein Fondsmanager da", beschreibt Investor Relations Manager Jörg Rohde das geringe Anlegerinteresse. Im Vergleich zum Nutzen seien die Kosten einer Mitgliedschaft im Smax zu hoch. Auch beim Börsenmakler Schnigge tritt man auf die Kostenbremse. Reinhold Klumpp, Direktor im Finanzbereich, findet die jährlich bis zu 250 000 Euro für die Smax-Teilnahme zu teuer. Man brauche Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, sowie zusätzliches Personal zur Bilanzierung. Die 7 500 Euro, die jährlich an die Deutsche Börse gezahlt würden, machten nur einen Bruchteil der Kosten aus.

Es sind vor allem die internationalen Bilanzierungsstandards und die obligatorische Betreuung durch eine Bank, welche die Kosten treiben. Der Dienst der Geldinstitute hat sich für die Firmen um rund 150 000 DM pro Jahr verteuert, da die Betreuung in der Börsenflaute bei bisherigen Preisen von 50 000 bis 60 000 zum Minusgeschäft wurde, erklärt Fondsmanagerin Schernikau.

Schernikau und Mathée von Invesco meinen dennoch, dass die Smax-Notierung ihr Geld wert ist. Aktien wie Loewe, Gildmeister und Condomi hätten sich im harten Kampf um das Anlegerinteresse behauptet. "Einigen ist es gelungen, Produkt und wirtschaftlichen Erfolg auch gut zu kommunizieren", sagt Schernikau. "Als Loewe mit Börsenmarketing begann, war der Kurs auf 12 Euro abgestürzt", erinnert Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe, "jetzt steigen sie bei knapp unter 30 Euro in den M-Dax auf".

Auch die Performance des Segments kann sich sehen lassen: In diesem Jahr ließ der S-Dax nur vom M-Dax geschlagen großen Bruder Dax 30 weit hinter sich. Potenzielle Neueinsteiger wie TAG Tegernsee Immobilien oder Stratec Biomedical Systems erhalten zudem gute Noten von Analysten. TAG steigerte den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 431 Prozent. Auch die seit November notierte Stratec lieferte zuletzt positive Zahlen.

"Man muss einfach was tun, um weiterzukommen", sagt Stratec-Finanzvorstand Marcus Wolfinger. Das Argument der höheren Kosten hält Wofinger für vorgeschoben. "Früher oder später werden die internationalen Standards sowieso von jedem Unternehmen verlangt", sagt er.

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