Auswechslungen im Dax
Post-Aktie: Die "kleinen" Dax-Werte müssen zittern

Am Donnerstag voraussichtlich nach Börsenschluss wird die Deutsche Börse die aktuelle Liste der größten deutschen Börsengesellschaften veröffentlichen, anhand derer Auswechslungen im Dax und anderen Kurs-Indizes berechnet werden.

Reuters FRANKFURT. Bereits vor dem Börsengang der Deutschen Post im November waren sich Analysten einig, dass die "Aktie Gelb" des Bonner Konzerns auf Grund ihres hohen Marktgewichts in die höchste deutsche Börsenliga aufsteigen wird. Am stärksten vom Abstieg bedroht sind erneut die Aktien von Adidas-Salomon und Karstadt-Quelle.

Die so genannte Rangliste der Deutsche Börse weist die nach Marktkapitalisierung und Börsenwert größten Firmen in Deutschland aus. Jeden Monat veröffentlicht die Börse dieses Ranking, auf deren Basis der Arbeitskreis Aktienindizes etwaige Änderungen bei den Indizes vornimmt. Sollte dieser Ausschuss bei seiner nächsten Sitzung Auswechslungen beschließen, würden diese rund einen Monat später wirksam. Bei einer außerordentlichen Anpassung wie im Fall der Deutschen Post muss eine Gesellschaft bei der Marktkapitalisierung und dem Börsenumsatz zu den 25 größten Firmen zählen. Der bei diesen beiden Kriterien schwächste Titel kann dementsprechend aus dem Dax heraus genommen werden.

Wackelkandidaten: Adidas-Salomon und Karstadt-Quelle

Für die seit November börsennotierte Deutsche Post lässt sich mit rund 550 Mill. zum Handel zugelassenen Aktien und einem aktuellen Kurs von rund 23 Euro eine Marktkapitalisierung von 12,65 Mrd. Euro berechnen. Mit diesem Gewicht liegt die "Aktie Gelb" sowohl auf der Dezember-Rangliste als auch auf der Tagesstatistik der Deutschen Börse etwa im Mittelfeld der 30 Dax-Werte. Auch mit ihrem aufs Jahr hochgerechneten beziehungsweise geschätzten Börsenumsatz von mehr als 7,5 Mrd. Euro würde die Post den Sprung unter die Top-25 schaffen. Das geringste Marktgewicht bringen derzeit Adidas-Salomon mit rund 3,65 Mrd. Euro und Karstadt-Quelle mit knapp 4,5 Mrd. Euro auf die Waage. Auch mit ihren Börsenumsätzen rangierten die beiden Titel zuletzt eher am unteren Ende der Börsenliste, weshalb sie schon des Öfteren als Dax-Wackelkandidaten galten.

Auch nach Einschätzung von Carsten Hilck von der Fonds-Gesellschaft Union Investment wird entweder Adidas-Salomon oder Karstadt-Quelle von der Deutschen Post aus dem Dax verdrängt. Welchen der beiden Titel es treffen werde, könne jedoch vor Veröffentlichung der Börsenumsätze nicht sicher vorhergesagt werden, sagte Hilck. Während Adidas-Salomon bei der Marktkapitalisierung zuletzt der Schwächere gewesen sei, habe Karstadt-Quelle im Dezember beim Umsatz hinten gelegen. Fonds-Gesellschaftten wie Union Investment müssten ihre Index-Produkte bei Änderungen der Barometer entsprechend der Auswechslung anpassen. Auch für Index-Experte Rainer Gerdau von der Dresdner Bank wird es ein "Kopf-an-Kopf-Rennen" zwischen der Aktie des Sportartiklers und des Einzelhändlers geben. Die Aufnahme der Post in den Deutschen Aktienindex hält Gerdau für sicher, doch beim Abstieg sei es "sehr, sehr eng".

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