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Ausweis unter der Haut

Iris-Erkennung ade. Was Tierärzte für Haustiere empfehlen, soll nach der Vorstellung einiger Sicherheitsingenieure nun auch beim Menschen Einzug halten: die implantierte Erkennungsmarke.

RFID (Radio Frequency Identification) ist der neueste Schrei in der Identifikations-Technologie. Das US Applied Digital Solutions Inc. -Unternehmen (ADS) aus Palm Beach in Florida will mit dem neu entwickelten "VeriChip" die RFID-Technik auch auf den menschlichen Körper übertragen. Ein per Spritze verabreichter Chip in der Größe eines Reiskorns hat persönliche Daten wie etwa das Geburtsdatum, Angaben zu lebensbedrohenden Allergien oder eine individuelle Kenn-Nummer gespeichert.

Diese so genannten "Smart Tags" können auch als elektronische Türöffner benutzt werden. Der Software-Gigante Microsoft beispielsweise rüstete kürzlich die gesamte Belegschaft im Firmenhauptquartier bei Seattle mit neuen Hausausweisen aus. Der Mikrochip in der Karte sendet ein Radiosignal an ein Empfangsgerät in der Tür, die sich sofort öffnet - ohne dass der Kartenbesitzer den digitalen Schlüssel überhaupt aus der Tasche ziehen muss. Auch Lesegeräte von Streifenpolizisten, Sanitätern oder Flughafenpersonal an einer Sicherheitsschleuse können diese Informationen abrufen.

So weit, so gut - es ist technisch machbar und sicherlich bei einigen Sicherheits-Überlegungen reizvoll. Doch welche Informationen sollen gespeichert werden?

Die Staatsangehörigkeit? Problematisch, wenn man in ein anderes Land auswandert und sich dort einbürgern lässt. Ist dann jedes Mal wieder ein neuer "Schuss" mit "Reiskorn-Chip" nötig? Oder kann die Information von außerhalb des Körpers auf den aktuellen Stand gebracht werden? Und wenn dem so ist: Wer kontrolliert die Umprogrammierung? Nicht dass ein "Scherzkeks" jedermann unbemerkt die Chip-Identität eines Terroristen verpassen kann...

Der Name? Problematisch, wenn man wie im deutschen Namensrecht bei Heirat sich den Namen des Ehepartners als Familiennamen auswählt und den eigenen Geburtsnamen aufgibt - oder den bei einer Scheidung wieder annimmt.

Eine Identifikationsnummer für jeden Bürger dieser Erde? Die kühnsten Alpträume von Datenschützern könnten wahr werden, wenn die Lesegeräte in die falschen Hände geraten.

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