Ausweitung der Handelszeiten beschlossen
Börsenhandel an Feiertagen stößt auf heftige Kritik

Die Pläne der Frankfurter Börse, an vier Feiertagen in diesem Jahr den Wertpapierhandel zuzulassen, ist bei Arbeitnehmer- und Kirchenvertretern auf massive Kritik gestoßen.

Reuters FRANKFURT. Aus rein wirtschaftlichen Gründen werde eine Feiertagsarbeit eingeführt, die durch Arbeitszeitgesetz und Grundgesetz nicht hinreichend gedeckt sei, sagte Herbert Bayer von der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (hbv) am Montag in Frankfurt. Der geplante Wertpapierhandel an vier Feiertagen sei "ein neuer Schritt in dieser Republik", dem andere folgen könnten, weshalb ein "Dammbruch" zu befürchten sei, fügte Gewerkschaftssektretär Bayer, der auch im Aufsichtsrat der Deutschen Börse AG sitzt, hinzu.

Die Deutsche Börse AG will nach eigenen Angaben aus Wettbewerbsgründen an den vier Feiertagen Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag und Fronleichnam am 1., 12. und 22.Juni sowie am Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober den Wertpapierhandel zulassen. Die hessische Regierung hat die Regelung bereits genehmigte. Grundlage für eine Öffnung der Börsen auch an Feiertagen ist nach Gewerkschaftsangaben das im Zuge der Euro-Einführung neugeregelte Arbeitszeitgesetz, wonach an allen in Europa uneinheitlichen Feiertagen das Arbeiten in den Bereichen Groß- und Eilbetragszahlungsverkehr sowie im Geld-, Devisen- und Wertpapierhandel zulässig ist. Neben dem Feiertagshandel hat die Deutsche Börse zudem die Verlängerung der täglichen Handelszeiten bis 20.00 Uhr ab dem 2. Juni beschlossen.

Die Angestelltengewerkschaften HBV, DAG, ÖTV und DPG sowie die großen Kirchen fordern eine Änderung des Arbeitzeitgesetzes und ein Verbot des geplanten Feiertagshandel. HBV-Sekretär Bayer warnte davor, dass nicht nur Aktienhändler sondern auch Angestellte in nachgelagerten Gewerben und in den Finanzabteilungen von Großunternehmen an den Feiertagen arbeiten müßten. Das Argument, die Frankfurter Börse wolle international konkurrenzfähig bleiben, wies Bayer zurück. In keinem europäischen Land sei bisher ein nationaler Feiertag dem Aktienhandel geopfert worden. Die Deutsche Börse wolle lediglich Vorreiter beim Feiertagshandel sein, kritisierte er.

Auch Kirchenvertreter forderten ein Verbot des geplanten Aktienhandels an Feiertagen. "Ohne Not" werde ein jahrhundertealtes Kulturgut aufgegeben, sagte Heribert Zingel vom Bischöflichen Ordinariat Limburg. Es werde zu einem Verlust an Lebensqualität für die Arbeitenden kommen. Pröbstin Helga Trösken von der Evangelischen Kirchen Hessen/Nassau sprach von einer falschen Wertehierarchie. Wichtigere Aspekte wie Familie, Freunde, Freiheit würden wirtschaftlichen Interessen untegeordnet. Auch der Landesvorsitzende der Deutschen Angestelltengewerkschaft (DAG), Klaus zum Felde, warf den verantwortlichen Bank- und Börsenmanagern vor, traditionelle in Werte in Frage zu stellen. Selbst die "handelsgeilen Amerikaner" würden ihre nationalen Feiertage achten, sagte er. Reuters FRANKFURT. Die Pläne der Frankfurter Börse, an vier Feiertagen in diesem Jahr den Wertpapierhandel zuzulassen, ist bei Arbeitnehmer- und Kirchenvertretern auf massive Kritik gestoßen. Aus rein wirtschaftlichen Gründen werde eine Feiertagsarbeit eingeführt, die durch Arbeitszeitgesetz und Grundgesetz nicht hinreichend gedeckt sei, sagte Herbert Bayer von der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (hbv) am Montag in Frankfurt. Der geplante Wertpapierhandel an vier Feiertagen sei "ein neuer Schritt in dieser Republik", dem andere folgen könnten, weshalb ein "Dammbruch" zu befürchten sei, fügte Gewerkschaftssektretär Bayer, der auch im Aufsichtsrat der Deutschen Börse AG sitzt, hinzu.

Die Deutsche Börse AG will nach eigenen Angaben aus Wettbewerbsgründen an den vier Feiertagen Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag und Fronleichnam am 1., 12. und 22.Juni sowie am Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober den Wertpapierhandel zulassen. Die hessische Regierung hat die Regelung bereits genehmigte. Grundlage für eine Öffnung der Börsen auch an Feiertagen ist nach Gewerkschaftsangaben das im Zuge der Euro-Einführung neugeregelte Arbeitszeitgesetz, wonach an allen in Europa uneinheitlichen Feiertagen das Arbeiten in den Bereichen Groß- und Eilbetragszahlungsverkehr sowie im Geld-, Devisen- und Wertpapierhandel zulässig ist. Neben dem Feiertagshandel hat die Deutsche Börse zudem die Verlängerung der täglichen Handelszeiten bis 20.00 Uhr ab dem 2. Juni beschlossen.

Die Angestelltengewerkschaften HBV, DAG, ÖTV und DPG sowie die großen Kirchen fordern eine Änderung des Arbeitzeitgesetzes und ein Verbot des geplanten Feiertagshandel. HBV-Sekretär Bayer warnte davor, dass nicht nur Aktienhändler sondern auch Angestellte in nachgelagerten Gewerben und in den Finanzabteilungen von Großunternehmen an den Feiertagen arbeiten müßten. Das Argument, die Frankfurter Börse wolle international konkurrenzfähig bleiben, wies Bayer zurück. In keinem europäischen Land sei bisher ein nationaler Feiertag dem Aktienhandel geopfert worden. Die Deutsche Börse wolle lediglich Vorreiter beim Feiertagshandel sein, kritisierte er.

Auch Kirchenvertreter forderten ein Verbot des geplanten Aktienhandels an Feiertagen. "Ohne Not" werde ein jahrhundertealtes Kulturgut aufgegeben, sagte Heribert Zingel vom Bischöflichen Ordinariat Limburg. Es werde zu einem Verlust an Lebensqualität für die Arbeitenden kommen. Pröbstin Helga Trösken von der Evangelischen Kirchen Hessen/Nassau sprach von einer falschen Wertehierarchie. Wichtigere Aspekte wie Familie, Freunde, Freiheit würden wirtschaftlichen Interessen untegeordnet. Auch der Landesvorsitzende der Deutschen Angestelltengewerkschaft (DAG), Klaus zum Felde, warf den verantwortlichen Bank- und Börsenmanagern vor, traditionelle in Werte in Frage zu stellen. Selbst die "handelsgeilen Amerikaner" würden ihre nationalen Feiertage achten, sagte er.

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