Auswertung der aktuellen Umfrage
Dax-Sentiment: Was kommt nach der Bärenfalle?

Vergangene Woche haben wir eine klassische Bärenfalle gesehen. Die technische Gegenreaktion ist somit weiterhin im Gange und nach oben hat der Dax immer noch Potenzial. Doch die kurzfristigen Tradingindikatoren rufen geradezu nach einer Konsolidierung.

Der Deutsche Aktienindex startete die vergangene Woche mit einem Paukenschlag. Er fiel wie ein Stein auf 3 989 Punkte und gab damit gegenüber dem vorletzten Wochenschluss mehr als fünf Prozent nach. Damit hatte er alle möglichen Unterstützungen - wie beispielsweise seine tertiäre Aufwärtstrendlinie, seinen 38-Tagedurchschnitt, das übergeordnete Konsolidierungsdreieck und seine sekundäre Abwärtstrendlinie – mit einem Schlag negiert. Zudem fiel er unter die 4 050er Marke und sendete damit ein klassisches Tradingverkaufssignal.

Doch schon einen Tag drauf wurden die Investoren auf dem völlig falschen Fuß erwischt. Der Dax startete durch und war überhaupt nicht zu halten - eine Bärenfalle par excellence. Die Woche beendet der deutsche Leitindex bei 4 384 Punkten.

So legt, wie die Handelsblatt Sentimentumfrage in Zusammenarbeit mit der Postbank zeigt, letzten Endes auch die Stimmung der befragten Leser zu. Der Stimmungsindex für die kurzfristige Sichtweise verbessert sich abermals und legt auf acht Prozent zu, nach minus sieben Prozent in der Vorwoche. Hier haben einige ehemalige Bären neu Stellung bezogen und sind in das Lager der Bullen gewechselt - ein klares Signal. Und auch der Stimmungsindex für die mittelfristige Sichtweise, also auf Sicht der kommenden drei Monate, legt erneut zu. Er notiert nun bei 29 Prozent nach 25 Prozent in der Vorwoche.

Fazit: Vergangene Woche haben wir eine klassische Bärenfalle gesehen. Die technische Gegenreaktion ist somit weiterhin im Gange und nach oben hat der Dax immer noch Potenzial. Dennoch, die kurzfristigen Tradingindikatoren schreien nach einer Konsolidierung; hier bedarf es einer Abkühlung. Das heißt aber nicht, dass der Markt jetzt ins Bodenlose fallen muss – eine Seitwärtsbewegung würde hier auch Abhilfe schaffen. Solange der Dax seinen Aufwärtstrend – letzten Endes die 3 889 Punkte – verteidigen kann, bleibt die Stoßrichtung kurzfristig gen Norden gerichtet. Gerade der bislang noch verhaltene Optimismus sollte zu einer geordneten Konsolidierung beitragen.

Der Autor, Thomas Theuerzeit, ist Technischer Analyst bei Postbank - Financial Markets Research

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