Auswertung der Flugschreiber und Voicerecorder
Schwieriges Puzzle

Die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig müssen zur Aufklärung des Flugzeugunglücks am Bodensee ein Puzzle zusammensetzen. Ob sich daraus eine Aufklärung im Sinn einer Schuldzuweisung ableiten lässt, sei jedoch offen, sagte BFU-Sprecher Frank Göldner.

dpa BRAUNSCHWEIG. Die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig müssen zur Aufklärung des Flugzeugunglücks am Bodensee ein Puzzle zusammensetzen. "Im Idealfall können wir den Hergang der Kollision exakt nachstellen", sagte BFU-Sprecher Frank Göldner in einem dpa-Gespräch. Ob sich daraus eine Aufklärung im Sinn einer Schuldzuweisung ableiten lässt, sei jedoch offen und nicht die Aufgabe der BFU. "Die rechtliche Interpretation liegt bei der Justiz", stellte Göldner klar.

Die BFU-Experten arbeiten derzeit an drei Orten. In Zürich wird der Sprechfunkverkehr der Bodenstation abgehört, und die Wracks werden in Friedrichshafen untersucht. "Je nach Zerstörung könnten wir in den Cockpits eventuell Hinweise finden, ob die Warnsysteme überhaupt eingeschaltet waren und ob sie funktionierten", erläuterte Göldner. Sich nähernde Flugzeuge sollen durch das TCAS-Warnsystem den Piloten angezeigt werden. "Sie steuern keine Maschine automatisch, die Entscheidung liegt letztendlich beim Piloten", sagte Göldner.

In Braunschweig konzentrieren sich die Experten auf die Analyse der Magnetbänder aus den Maschinen. "Um die Stimmen im Cockpit hören zu können, müssen mit Hilfe von Software-Programmen zahlreiche Nebengeräusche herausgefiltert werden", erläuterte der Fachmann.

Wesentlich komplizierter sei die Auswertung der Flugschreiber, auf denen Daten wie Höhe und Geschwindigkeit codiert gespeichert sind. "Jeder Hersteller hat ein eigenes System, und das ändert sich auch noch oft je nach Baujahr", sagte Göldner. Zerstörte Flugdaten seien aber nur schwer oder gar nicht rekonstruierbar. Und die auf dem Boden aufgezeichneten Flugdaten seien durch die Drehungen der Radarschirme nicht so exakt wie die der Flugschreiber. "Erst durch das Abgleichen möglichst vieler Daten, Fakten, Spuren und Umstände kommen wir den Ursachen immer näher", sagte Göldner.

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