Auswertung der Umfrage
Dax-Sentiment: Aus „Bären“ werden „Bullen“

Der Dax-Anstieg in der vergangenen Woche hat Anleger noch optimistischer werden lassen. Das ist das Ergebnis des Dax-Sentiments auf Handelsblatt.com. Vor allem viele pessimistisch gestimmte investoren sind in das Bullenlager gewechselt. Trotz der aktuellen Risiken: Einige Nachzügler könnten den Dax in dieser Woche zunächst noch etwas höher treiben.

FRANKFURT. Mit 1 026 abgegebenen Leserstimmen liegen die Ergebnisse der zweiten Handelsblatt-Sentimentumfrage in Zusammenarbeit mit der Postbank AG vor. Gegenüber der ersten Umfrage haben 28 Prozent mehr Leser ihre Stimme abgegeben.

Die Ergebnisse überraschen indes nicht. Entsprechend der vergangenen Woche, in welcher der Deutsche Aktienindex in der Spitze um 200 Punkte zulegte, ist auch die kurzfristige Stimmung unter den Lesern deutlich angestiegen. Über die Hälfte, nämlich 53 Prozent, sind der Meinung, der Dax werde zum Ende dieser Woche höher notieren. Als Referenzwert dafür wurden in dieser Woche 7 940 Punkte ermittelt. Damit steigt das Bullenlager gegenüber vergangener Woche deutlich an. Gefüttert wird es überwiegend aus dem Lager der Bären, welches in der jüngsten Umfrage von 40 auf 26 Prozent verliert. Nur wenige, nämlich rund 3 Prozent der Leser, kehren ihrer neutralen Haltung den Rücken zu. Der berechnete Diffusionsindex (Anzahl der Bullen anzüglich der Bären, dividiert durch alle abgegebenen Stimmen) steigt damit von -40 auf -25 Prozent. Bei 0 Prozent halten sich Bullen und Bären die Waage.

» Das neue Dax-Sentiment auf Handelsblatt.com

Der Anlagehorizont der befragten Leser hat sich gegenüber letzter Woche nicht verändert. Nach wie vor möchte das Gros, nämlich 44 Prozent, ihren Anlagehorizont der vergangenen drei Wochen beibehalten. Ebenso nahezu unverändert favorisieren 34 Prozent der Leser bei ihrer Aktienanlage einen längeren und 23 Prozent einen kürzeren Anlagehorizont als in den vergangenen drei Wochen. Nähere Rückschlüsse aus diesen Daten können ohnehin erst in den nächsten Wochen gezogen werden. Dennoch, wie bereits letzte Woche geurteilt - waschechter Pessimismus sieht anders aus.

Die Investitionsbereitschaft für die kommenden drei Monate - und damit die mittelfristige Sichtweise - hat sich gegenüber der letzten Woche marginal reduziert. Nach 59 Prozent in der vergangenen Woche wollen zum aktuellen Zeitpunkt immer noch 58 Prozent der Leser in den kommenden drei Monaten in Aktien investieren. Abstand davon nehmen aktuell 24 Prozent der Leser, nach 21 Prozent in der letzten Woche. 18 nach 20 Prozent sind sich in dieser Woche eher unschlüssig. Auch, wenn sich der berechnete Diffusionswert damit von -20 auf -23 Prozent verringert, ist hier kein sonderlicher Stimmungsumschwung erkennbar.

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Das Leservotum dieser Woche fällt damit noch deutlicher „pro Aktien“ aus als in der vergangenen Woche. Wie bereits erwähnt, ist das nicht sonderlich verwunderlich. Kursgewinne sind oftmals klassische „Stimmungstreiber“ - zumindest was die kurzfristige Betrachtung anbelangt. Verdrängt werden aktuell jedoch Fakten wie neue Rekordstände bei den Rohölpreisen und beim Euro - oder wieder aufkeimende Sorgen um die Finanz- und Liquiditätskrise. Solange jedoch die mittelfristige Bereitschaft, Aktien zu kaufen oder den Anlagehorizont nicht nennenswert zu verkürzen, unverändert bleibt, dürfte die Nachfrage weiter anhalten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt muss man mutmaßen, dass es bei dem bekannten Muster „buy the dips“ bleibt und dieses entsprechend auf die Aktien stabilisierend wirkt.

Einige Nachzügler könnten den Dax in dieser Woche zunächst noch etwas höher treiben. Es stehen jedoch, insbesondere für die zweite Wochenhälfte, eine ganze Reihe von Wirtschafts- und Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks an. Ganz zu schweigen von der US-Notenbanksitzung. Das alles sind für einige Anleger sicherlich willkommende Momente, unter Umständen auch einmal die Gewinne von letzter Woche mitzunehmen.

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