Auswertung der Umfrage
Dax-Sentiment: Bären gewinnen die Oberhand

Der Kurseinbruch am vergangenen Freitag hat offensichtlich die Anleger erschreckt. Die Bären erhalten wieder mehr Zulauf. Das zeigt die Auswertung des Dax-Sentiments, einer Umfrage auf Handelsblatt.com in Zusammenarbeit mit der Postbank. Doch nach Meinung des Sentiment-Experten Thomas Theuerzeit gibt es Anzeichen, dass die Kurse nicht einbrechen.

Letzte Woche legten die befragten Leser eine abwartende Haltung an den Tag – dennoch waren sie vom Grundsatz her aber noch verhalten optimistisch gestimmt. Die Neigung, auf niedrigerem Niveau zuzugreifen, war sprichwörtlich „fühlbar“. Und obwohl das Gros der Leser Recht bekommen hat, der Dax konsolidierte in der vergangenen Woche um über zwei Prozent, ist die Zuversicht geschwunden. So belegen es zumindest die aktuellen Daten der Handelsblatt-Sentimentumfrage in Zusammenarbeit mit der Postbank. Die Leser sind sich einig, der Dax werde zum Ende der Woche niedriger notieren. Als Referenzwerte wurden 6 666 Punkte ermittelt.

Die Bären erhalten wieder mehr Zulauf. Das Lager steigt von 37 auf 47 Prozent an und wird aus dem Lager der Bullen und der Neutralen gleichermaßen gefüllt. Letztgenanntes verliert von 22 auf 18 Prozent, während die Bullen von 41 auf 35 Prozent einbüßen. Der berechnete Stimmungsindex für die kurzfristige Sichtweise fällt wieder unter die Grenze zwischen Bullen und Bären, auf nunmehr -12 Prozent zurück. Die Bären haben also wieder die Oberhand.

Ein ähnliches, wenn auch nicht ganz so ausgeprägtes Verhalten, kommt in der mittelfristigen Sichtweise zum Vorschein. Auch hier muss das Bullenlager Einbußen hinnehmen während das Bärenlager profitiert. Der zugehörige Stimmungsindex für die mittelfristige Sichtweise korrigiert von 24 auf 17 Prozent, dokumentiert aber per Saldo weiterhin Zuversicht.

Offensichtlich haben der Donnerstag und Freitag vergangene Woche den einen oder anderen Leser kurzfristig verschreckt. Verlief die erwartete Konsolidierung bis dahin noch moderat und konstruktiv, scheinen wohl insbesondere die Kursverluste zum Wochenende für ein Aufhorchen gesorgt zu haben. Verwunderlich ist das nicht, gepaart mit einer Gewinnwarnung von General Electric am Freitag dürfte das Motto gelautet haben: „Bei Erreichen – streichen!“.

Positiv hervorzuheben ist jedoch die Tatsache, dass die mittelfristige Sichtweise nicht sonderlich gelitten hat. Das zeigt, dass sich offensichtlich nur kurzfristige Akteure von den jüngsten Kursverlusten haben beeindrucken lassen. Mittelfristig agierende Akteure dürften dann in der aktuellen Situation eher Chancen denn Gefahren sehen. Und sollte diese Haltung auch in den Depots umgesetzt werden, wird die entsprechende Nachfrage stabilisierend wirken. Kurse oberhalb der 6 666 Punktemarke werden die frischen Bären dann auf eine ernste Probe stellen.

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