Auswertung der Umfrage
Dax-Sentiment: Bullen haben sich vertreiben lassen

Anleger scheinen mehr und mehr zu realisieren, dass der Dax-Chart wohl zunächst doch noch einmal eine Schleife auf der Unterseite durchlaufen wird. Das ergibt die aktuelle Auswertung des Dax-Sentiments, einer Umfrage auf Handelsblatt.com in Zusammenarbeit mit der Postbank. Die Bären werden zunehmend stärker.

FRANKFURT. Die Bullen sind letzte Woche eiskalt auf dem falschen Fuß erwischt worden. Sah es noch zu Beginn der vergangenen Woche danach aus, als würde der Dax die Widerstandszone zwischen 7 060 und 7 190 Punkten nach oben hin auflösen können, setzten sich zur Wochenmitte die Bären wieder durch. Dabei tauchte der Dax in sein wichtiges Unterstützungsbündel zwischen 6 760 und 6 650 Punkte ein. Die Entscheidungsfindung zwischen Bullen und Bären also geht weiter – doch die Bären werden zunehmend stärker.

Zur Erinnerung: Die Ergebnisse der Handelsblatt Sentimentumfrage in Zusammenarbeit mit der Postbank belegten letzte Woche, die Zuversicht kehre zurück. Erstmals seit sieben Wochen gingen die Leser wieder von einem höheren Daxstand zum Ende der vergangenen Woche aus. Als Referenzwert wurden seinerzeit 6 887 Punkte ermittelt. Und auch der berechnete Sentimentindex für die kurze Sichtweise drang erstmals seit Wochen wieder in positives Terrain vor. Es wurde jedoch angemerkt, dass von Nachhaltigkeit und ein hohes Commitment aber noch keine Rede sein könne.

Die aktuellen Daten sprechen indes Bände. Die Bullen haben sich vertreiben lassen und finden wieder vermehrt Unterschlupf im Bärenlager. Dieses steigt wieder auf 53, nach 35 Prozent in der Vorwoche, an. Das Bullenlager verliert hingegen von 38 auf 27 Prozent. Zeitgleich haben sich einige unentschlossenen Leser auch klar für eine Seite entschieden. Das Lager dieser Gruppe reduziert sich von 27 auf nunmehr 20 Prozent. Der berechnete Sentimentindex für die kurze Sichtweise fällt wieder deutlich zurück und erreicht aktuell Werte von -26 Prozent. Die Aussage ist klar, die befragten Leser gehen damit von einem niedrigeren Dax zum Ende dieser Woche aus. Als Referenzwerte wurden 6 851 Punkte ermittelt.

Auch die mittelfristige Sichtweise der Leser muss Einbußen hinnehmen. Der berechnete Stimmungsindex für die mittelfristige Sichtweise fällt von 35 auf 17 Prozent zurück. Auch hier überwiegt ganz klar die Zunahme des Bärenlagers. Nach 17 Prozent in der Vorwoche sind aktuell nur noch 15 Prozent der befragten Leser uneins und stehen an der Seitenlinie.

Den Daten ist generell zu entnehmen, dass das Commitment im kurz- als auch mittelfristigen Bereich jetzt zunimmt. Die Leser scheinen mehr und mehr zu realisieren, dass der Dax wohl zunächst doch noch einmal eine Schleife auf der Unterseite durchlaufen wird. Schließt der Dax unterhalb der 6 650er Marke auf Tagesschluss, dann stehen die Zeichen zumindest kurzfristig noch einmal auf Sturm. Mit einem Rutsch um weitere 200 bis 300 Punkte muss gerechnet werden. Damit haben die Worte von letzter Woche weiterhin Gewicht - die Triggermarken sind bekannt: Auf der Oberseite mittlerweile 7 060 bis 7 190 Punkte und auf der Unterseite 6 760 bis 6 650 Punkte. Im letzten Fall würde es zwar einen heftigen Rücksetzer in die Region bis 6 400 Punkte geben, jedoch Panik käme vermutlich erst darunter auf. Kurse bis dahin sind scheinbar „mental“ eingepreist.

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