Auswertung der wöchentlichen Handelsblatt.com-Umfrage
Dax-Sentiment: Bären könnten auf ihre Kosten kommen

Anleger sind skeptischer geworden und erwarten, dass der Dax zum Wochenschluss tiefer notieren wird. Doch die die grundsätzlich moderat bis leicht positive Börsen-Stimmung für die kommenden Monate hat sich nicht verändert. Ergebnis dieser Umfrage auf Handelsblatt.com: In dieser Woche könnten die Bären am Aktienmarkt auf ihre Kosten kommen.

Trotz des Feiertages in einigen Bundesländern war die Beteiligung an der dritten Handelsblatt-Sentimentumfrage in Zusammenarbeit mit der Postbank AG mit 775 abgegebenen Lesestimmen erfreulich hoch.

Die Ergebnisse fallen auch sehr deutlich aus. Zumindest, was die Erwartungshaltung für den Deutschen Aktienindex zum Ende dieser Woche betrifft. Der berechnete Sentimentindex fällt von -25 auf -37 Prozent zurück. Es fällt auf, dass sich ehemalige Bullen aus der vergangenen Woche in dieser Woche dem Bärenlager zugewandt haben. Das Bullenlager verliert von 53 auf 46 Prozent, während das Bärenlager von 26 auf stolze 37 Prozent zulegt. Interessanterweise haben sich in der aktuellen Umfrage auch ehemalige neutrale Leser für eine Seite entschieden – ebenfalls für die Südseite. Damit fällt die Quote der neutralen Leser von 21 auf 17 Prozent zurück. Das Urteil ist für diese Woche damit recht deutlich: Der Dax wird zum Wochenschluss tiefer notieren. Als Referenzwerte wurden 7 880 Punkte berechnet.

Der Anlagehorizont der befragten Leser hat sich gegenüber letzter und vorletzter Woche kaum spürbar verändert. Nach wie vor möchte das Gros, nämlich 41 Prozent, ihren Anlagehorizont der vergangenen drei Wochen beibehalten. Ebenso nahezu unverändert favorisieren 35 Prozent der Leser bei ihrer Aktienanlage einen längeren und 23 Prozent einen kürzeren Anlagehorizont als in den vergangenen drei Wochen. In der Summe fällt der zugehörige Zeithorizontindex damit leicht, von -33 auf -35 Prozent, zurück. Werte unterhalb der Nulllinie signalisieren einen längeren Anlagehorizont der Leser als in den vergangenen drei Wochen.

Und auch die Investitionsbereitschaft für die kommenden drei Monate - und damit die mittelfristige Sichtweise - hat sich gegenüber der letzten Woche nicht verändert. Immer noch wollen 58 Prozent der Leser in den kommenden drei Monaten in Aktien investieren. Unverändert zur vergangenen Woche nehmen 24 Prozent der Leser von einem Investment in den kommenden drei Monaten Abstand und 20 Prozent der Leser haben aktuell keine Meinung. Der Stimmungsindex für die mittelfristige Sichtweise notiert damit in dieser Woche unverändert bei -23 Prozent.

Im Fazit bleibt festzuhalten, dass sich die grundsätzliche Stimmung für die kommenden Monate nicht verändert hat und moderat bis leicht positiv zu interpretieren ist. Lediglich die kurzfristige Sichtweise der Leser hat sich deutlich eingetrübt. Nach Gründen hierfür muss nicht lange gesucht werden. Galt es in der vergangen Woche einige Konjunktur- und Marktdaten, nebst der Zinssenkung der Fed Funds Rate zu verarbeiten. Nicht zuletzt führte die Hiobsbotschaft, die Herabstufung der Citigroup, zu heftigen Verwirrungen und Irritationen bei den Investoren. Der Markt reagierte auch prompt und stürzte wie ein Stein um über 2 Prozent ab. Letztendlich konnte er sich aber oberhalb der wichtigen Chartmarke von 7 770 Punkten stabilisieren.

Entsprechend weiterer, von AnimusX-Investors Sentiment, berechneten Sentimentdaten ist zu vermuten, dass das Gros der Investoren jedoch nicht rechtzeitig den Absprung geschafft hat. Nun gilt es, etwaige Schieflagen zu managen beziehungsweise zu bereinigen. Und genau dieses Investorenverhalten könnte dem Dax in der aktuellen Woche den Weg gen Norden erschweren. Vermutlich wird nur ein Tagesschluss oberhalb der 7 920er Marke für Beruhigung sorgen. Anderweitig könnten die Bären in dieser Woche noch auf ihre Kosten kommen und der Dax unterhalb der 7 880er Marke notieren.

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