Auswertung von Politbüro-Beschlüssen
Beweise: Hunderte Gewalttaten in der DDR-Oberliga

Ende der 80er Jahre hat es in der DDR-Fußball-Oberliga je Spieltag 50 bis 100 Vorkommnisse mit Gewalt, Rowdytum und neofaschistischen Verhaltensweisen gegeben.

dpa BERLIN. Dies geht aus einem Beschluss des SED-Politbüros vom Mai 1989 hervor, der in einer neuen Dokumentation des Bundesinstituts für Sportwissenschaft Köln veröffentlicht wurde.

Insgesamt fasste das Politbüro als wichtigstes Entscheidungs- Gremium der DDR zwischen 1949 und 1989 insgesamt 1 379 Beschlüsse zum Sport. Wie der Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages, Friedhelm Julius Beucher, am Mittwoch bei der Präsentation der 850- seitigen Schrift in Berlin erklärte, handele es sich bei der vom Potsdamer Historiker Hans-Joachim Teichler vorgelegten Arbeit um ein wichtiges Grundlagenwerk zur Geschichte des DDR-Sports.

Teichler weist anhand der Politbüro-Dokumente zugleich nach, wie in den 50er Jahren das freie Vereinswesen in der DDR zerschlagen wurde, was noch Konsequenzen bis in die heutige Zeit hat, da die Organisationsstruktur des Sports in den neuen Ländern noch lange nicht mit der im Westen Deutschlands mithält.

Vom starken Misstrauen der SED-Führung gegenüber der eigenen Bevölkerung zeugen vor allem die Politbüro-Unterlagen über rund 1 300 DDR-Fußball-Fans, die 1971 in Warschau die bundesdeutsche Nationalmannschaft anfeuerten und sich damit den Zorn der SED- Mächtigen zuzogen. Viele Fußball-Fans sahen sich danach jahrelang mit Repressalien durch die DDR-Führung konfrontiert.

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