Auswirkung auf die Warnow Werft in Rostock unsicher
Kvaerner in akuter Finanznot

Der norwegische Kvaerner-Konzern ist teilweise als Folge der Terrorangriffe in den USA in eine akute Finanzkrise geraten.

dpa OSLO. Das Unternehmen, das in Rostock-Warnemünde die Kvaerner Warnow Werft GmbH betreibt, bestätigte am Mittwoch in Oslo, dass dem Unternehmen neues Eigenkapital durch Aktienausgaben über umgerechnet 250 Mill. Euro sowie kurzfristige Bankkredite über 900 Millionen Kronen zugeführt werden.

Vorstandschef Kjell Almskog (60) gab gleichzeitig seinen Rücktritt zum Jahresende bekannt und erklärte, die Banken hätten Kvaerners bereits in der letzten Woche geäußerten Kreditwünsche zur Sicherung der Liquidität wegen der unsicheren Lage nach den Terroranschlägen in den USA abgeschlagen. Die Kvaerner-Aktien sanken nach Bekanntwerden des Maßnahmepakets in kurzer Zeit von 36,90 auf 16,40 Kronen. Sie hatten Mitte 1997 noch einen Wert von über 400 rpt 400 Kronen

Rostocker Werft steht schon seit längerem zum Verkauf

Betroffen von der Entwicklung in Oslo ist auch die seit längerem zum Verkauf stehende Warnow Werft mit derzeit 1 250 Beschäftigten. Die deutschen Schiffbauer sollen zusammen mit anderen Werften in Finnland und den USA sowie weiteren Kvaerner-Aktivitäten aus dem Stammkonzern ausgegliedert werden, der sich ganz auf den Bau von Industrieanlagen an Land und bei der Öl- und Gasförderung auf See konzentrieren will. Nach Bekanntwerden der akuten Zahlungsengpässe bei Kvaerner mit einem zeitweiligen Stopp des Aktienhandels galt als unsicher, ob diese Pläne nach dem am Mittwoch bekannt gegebenen Refinanzierungsplan unverändert stehen.

Bei Kvaerner Warnow stehen derzeit sechs Containerschiffe der Klasse CV 2 500 in den Büchern, von denen das letzte im im 4. Quartal 2002 abgeliefert sein soll. Die Verkaufsbemühungen für die in den letzten Jahren als gesund und ertragreich geltende Werft waren vor allem an einem nicht entschiedenen Streit zwischen dem Unternehmen und Kvaerner wegen von Brüssel zurückgeforderter Subventionen gescheitert.

Der größte Teil der dringend benötigten Finanzspritzen soll vom Industriellen Kjell Inge Rökke kommen, dessen Konzern Aker Maritime schon jetzt mit 17,8 Prozent Kvaerners größter Anteilseigner ist. Rökke versucht seit mehreren Jahren, Kvaerner ganz unter Kontrolle zu bekommen und mit seiner ebenfalls als Anlagen- und Schiffbauer aktiven Aker-Gruppe zu verschmelzen. Er gilt nun als Gewinner eines erbitterten Machtkampfes mit dem bisherigen Kvaerner-Vorstandschef Almskog, der Rökkes Initiativen als feindlichen Übernahmeversuch einstufte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%