Auswirkung der UMTS-Auktion
British Telecom muss mehr für Viag Interkom zahlen

Die Übernahme der VIAG Interkom kommt die British Telecom teurer zu stehen als geplant.

ap DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Das Rekordergebnis bei der UMTS-Auktion von knapp 100 Mrd. DM hat den Preis für die Übernahme des 45-Prozent-Anteils, den Eon an Viag Interkom hält, auf mehr als sieben Mrd. Euro getrieben. Das teilte Eon am Donnerstagabend mit. Ursprünglich waren rund 6,6 Mrd. Euro (rund 13 Mrd. DM) vorgesehen, die aber unter dem Vorhalt des Ergebnisses der Auktion standen. Grund für den geplanten Ausstieg aus dem Mobilfunkgeschäft seien die zu hohen Ausgaben der Viag Interkom für eine UMTS-Lizenz, sagte ein Eon-Sprecher.

Durch die Transaktion würde British Telecom (BT) ihren Viag- Interkom-Anteil auf 90 % steigern. Derzeit halten BT und Eon jeweils 45 % an Deutschlands viertgrößtem Mobilfunkbetreiber. Die restlichen zehn Prozent sind in den Händen der norwegischen Telenor. BT kündigte bereits ihre Bereitschaft an, auch die restlichen zehn Prozent zu erwerben.

Die Unternehmen vereinbarten den Angaben zufolge eine Option, nach der British Telecom die Anteile von Mai bis Juli kommenden Jahres für rund 7,3 Mrd. Euro erwerben kann. Mit den Erlösen will Eon nach eigenen Angaben ihre Kerngeschäfte stärken.

Die zu Eon fusionierten Unternehmen Viag und Veba hatten noch im Mai beteuert, sie würden am Telekommunikationsgeschäft festhalten. Einer der Gründe für den Gesinnungswandel seien die hohen Belastungen aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen, bestätigte Nelles. "Da könnten Milliarden-Investitionen auf uns zukommen". Doch zähle die Telekommunikation nicht zum Stammgeschäft von Eon.

Durch die bevorstehende Übernahme erwartet VIAG Interkom keine Veränderungen. "Wir werden unseren eingeschlagenen Weg weiter gehen", sagte ein Viag Interkom-Sprecher. British Telecom habe erklärt, dass Viag Interkom ein deutsches Unternehmen mit Sitz in München bleiben werde, teilte die bayerische Staatskanzlei mit. BT sei seit Jahren ein stabiler Partner der Viag Interkom.

Preiskampf auf Strommarkt macht Eon zu schaffen

Eon musste im ersten Halbjahr wegen fallender Strompreise einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen. Das Gesamtbetriebsergebnis sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 1,712 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis im Strombereich sank sogar um rund 33 % auf 1,118 Mrd. Euro. Für den weiteren Jahresverlauf rechnet der Konzern aber nicht mit weiter fallenden Preisen. Der Konzernumsatz kletterte um 34 % auf knapp 46,9 Mrd. Euro.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%