Auswirkungen auf den ganzen Neuen Markt
Broadvision-Aktien nach Quartalszahlen auf Jahrestief

Reuters FRANKFURT. Die Aktien des Softwareunternehmens Broadvision sind am Dienstag nach der Veröffentlichung von enttäuschenden Quartalszahlen um mehr als 30 Prozent auf ein Rekordtief von 3,47 Euro gefallen. Das am Neuen Markt und der US-Börse Nasdaq gelistete Unternehmen hatte am Vortag nach Börsenschluss in Deutschland mitgeteilt, dass die konjunkturelle Unsicherheit das Ergebnis des ersten Quartals 2001 belastet habe und es den Abbau von 325 Arbeitsplätzen plane. Broadvision rechnet, vorbehaltlich der Berichtigung außerordentlicher Posten, für das abgelaufene Quartal mit einem Proforma-Verlust je Aktie zwischen 0,14 und 0,16 US $. Analysten hatten dagegen mit einem Quartalsgewinn je Aktie von 0,2 US $ gerechnet.

Den Umsatz des ersten Quartals 2001 schätzte Broadvision auf 85 bis 90 Mill. US $, während die Experten rund 134 Mill. US $ prognostiziert hatten. Vor allem der amerikanische Markt habe sich schwächer als erwartet entwickelt und einige Kunden hätten geplante Käufe von Broadvision-Produkten verschoben, sagte Broadvision-Chef Pehon Chen in einer telefonischen Analystenkonferenz. "Wir konnten uns dem Trend nicht entziehen", sagte Chen. Die Marktschwäche treffe die ganze Internet-Industrie. Mit einer unternehmensweiten Umstrukturierung sollten die Betriebsaufwendungen nun reduziert werden. Dazu sollten auch etwa 325 Stellen gestrichen werden, was rund 15 Prozent des Personalbestands entspricht.

Analysten stuften Broadvision zurück

Mehrere Investmentbanken nahmen am Dienstag ihre Gewinnschätzungen für Broadvision zurück. So rechnen die Analysten von Goldman Sachs für das laufende Jahr nun mit einem Verlust von 0,35 US $ je Aktie, statt des zuvor geschätzten Gewinns von 0,17 US $. Credit Suisse First Bosten nahm ihre Schätzungen für 2001 auf einen Verlust je Aktie von 0,29 US $ von einem Gewinn von 0,11 US $ zurück. Angesichts des angekündigten Stellenabbaus sei auch der Ausblick pessimistisch, hieß es in einem Kommentar von SES Research, die die Aktien auf "Underperformer" von ""Outperformer" herunter stuften.

Der Markt habe die veröffentlichten Zahlen sehr schlecht aufgenommen, sagte ein Händler am Neuen Markt. Die weitere Entwicklung sei angesichts des nervösen und pessimistischen Marktumfeldes an den Wachstumsbörsen in den USA und in Deutschland nicht zu prognostizieren, hieß es.

Darüber hinaus gab Broadvision bekannt, dass der zuletzt für das vierte Quartal (per 31. Dezember 2001) veröffentlichte ungeprüfte Bericht um zusätzliche Ausgaben von rund vier Millionen US $ ergänzt worden sei. Diese Ausgaben seien erst nach Herausgabe der Presseinformation am 25. Januar 2001 identifiziert und unverzüglich den Wirtschaftsprüfern vorgelegt worden. Die Mehrausgaben reduzierten das für das vierte Quartal ausgewiesene Proforma-Ergebnis je Aktie auf 0,01 US $ von 0,02 US $ sowie das Proforma-Ergebnis je Aktie für das gesamte Geschäftsjahr 2000 auf 0,12 US $ von 0,13 US $.

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