Auswirkungen der Aktionen blieb begrenzt
Französische Polizei greift durch

Die Polizei geht hart gegen die Straßensperren und Blockaden der streikenden Fernfahrer in Frankreich vor. Bei Lyon haben am Montag Beamte mehrere Streikende vorläufig festgenommen.

HB/dpa PARIS. Den festgenommenen Fernfahren entzog die Polizei den Führerschein, sagten Gewerkschaftssprecher. "Der Druck der Ordnungskräfte wird immer stärker", sagte der Sprecher.

Landesweit hatten die Fahrer etwa 30 Straßensperren an Autobahnen und Landstraßen errichtet, wobei jedoch der Zugang zu strategischen Einrichtungen wie Raffinerien frei blieb. Auch der Personenverkehr blieb größtenteils unbehindert. Betroffen waren unter anderem Autobahnen im Norden bei Lille, in der Bretagne, im Südwesten bei Bayonne sowie die Autobahn in Richtung Spanien. Die deutsch- französischen Grenzübergänge am Oberrhein blieben gänzlich von Blockaden verschont. Über den Fortgang der Aktionen gab es keine klaren Angaben.

Am Dienstag wollen die Fluglotsen für verbesserte Sozialleistungen streiken. Das Personal im öffentlichen Dienst bei der Eisenbahn, der Post und den Energieversorgern will gleichzeitig in Paris zu einer Großkundgebung gegen die Privatisierung und einen drohenden Verlust von Arbeitsplätzen zusammenkommen.

Weil die Gewerkschaften der Lastwagenfahrer in der Streikfrage gespalten waren, blieben die Auswirkungen der seit Wochen angedrohten Aktionen begrenzt. Die zwei größten Gewerkschaften CGT und CFDT, die Lohnerhöhungen, Arbeitszeitverkürzungen und ein 13. Monatsgehalt fordern, hatten am Sonntag ein Kompromissangebot der Arbeitgeber als nicht ausreichend abgelehnt. Vier kleinere Arbeitnehmerorganisationen hatten dagegen zugestimmt.

Verkehrsminister Gilles de Robien appellierte am Montag an die Fernfahrer, "nicht das Streikrecht mit dem Recht auf Straßenblockaden zu verwechseln". "Die Regierung wird keine Lähmung des Landes zulassen", sagte Innenminister Nicolas Sarkozy. Premierminister Jean- Pierre Raffarin hatte zwar die "Dialogbereitschaft" beider Seiten in den Vordergrund gestellt, gleichzeitig aber auch die "Achtung vor dem Rechtsstaat" betont.

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