Auswirkungen der Konjunkturschwäche
Sonderposten prägen Ergebnisse der US-Banken

Die Erstquartalsergebnisse der beiden US-Finanzdienstleister Bank of America Corp und Citigroup Inc sind maßgeblich durch Sondereinflüsse geprägt worden. Bereinigt verlieren die Ergebnisse beider Finanzdienstleister viel von ihrem Glanz.

vwd NEW YORK. Auf Grund des Börsenganges ihrer Tochter Travelers Property Casualty Corp erzielte Citigroup ein Nettoergebnis von 4,84 Milliarden Dollar oder 0,93 Dollar je Aktie im Vergleich zu 3,54 Milliarden Dollar oder 0,69 Dollar je Anteilsschein im entsprechenden Vorjahresquartal. Ohne Berücksichtigung dieser außerordentlichen Posten allerdings blieb der Kernnettogewinn mit 0,74 Dollar je Aktie hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Diese waren von 0,78 Dollar ausgegangen.

Das US-Finanzinstitut mit Sitz in New York führte das Ergebnis unter Plan auf die allgemeine Verschlechterung der Darlehensbonität und die Folgen der Argentinienkrise zurück. Citigroup war erstmals seit ihrer Gründung im Jahr 1998 hinter den Analystenerwartungen zurück geblieben. Mit 287 Mio Dollar bezifferte das Finanzinstitut die Höhe der Abschreibungen für uneinbringliche Kredite in Argentinien sowie Einstellung in die Reserven, um für weitere in diesem südamerikanischen Land eingegangene Risiken gewappnet zu sein. Darüber hinaus zeichneten sich nun die negativen Auswirkungen der Konjunkturschwäche auf die Rückzahlung von Darlehen an Privatpersonen ab, kommentierte ein Analyst die Zahlen von Citigroup. Im Vergleich zum vierten Quartal 2000 stieg die Anzahl der nicht bedienten Kredite um vier Prozent.

Auch der CFO der Bank of Amerika, James Hance, beklagte sich am Montag in einem CNBC-Interview über diese Entwicklung. Dennoch gab er sich diesbezüglich zuversichtlich: "Wir sind verhalten optimistisch, dass die Ausfälle nicht ganz so hoch werden wie im vergangenen Herbst erwartet, wenn die Konjunktur wieder anzieht", meinte er.

Die Bank of America hat für das erste Quartal einen Nettogewinn von 2,18 Milliarden Dollar oder 1,38 Dollar je Anteilsschein gemeldet nach 1,87 Milliarden Dollar oder 1,15 Dollar je Aktie im Vorjahr. Dabei beeinflussten die neuen Regeln für die Abschreibung des Goodwill das Nettoergebnis mit 159 Mio Dollar oder 0,10 Dollar je Anteilsschein. Der Umsatz stieg nach Meinung von Marktbeobachtern "nur" um 2,25 Prozent. Hance entschuldigte dies mit einer Veränderung des Produktmix in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres. So verringere sich der Bestand an Krediten Jahr für Jahr um ungefähr 60 Milliarden Dollar, sagte der CFO.

Dies wirke sich negativ auf den Umsatz aus, verringere jedoch auch das Risikopotenzial, kommentierte Hance. Auch die Aufgabe von zwei großen Tochtergesellschaften im vergangenen Sommer habe die Erlöse vermindert, fügte er hinzu. Was die Zukunftsperspektiven angeht, gab sich Hance vage: "Wir sehen noch kein Licht am Ende des Tunnels, aber wir nehmen eine Verbesserung des Qualitätsniveaus wahr", sagte er vieldeutig auf die Frage nach dem Ausblick.

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