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Auszählung in Afghanistan: Karsai in Führung

Nach der Auszählung erster Stimmen bei der historischen Präsidentenwahl in Afghanistan liegt der amtierende Übergangspräsident Hamid Karsai klar in Führung. Auf Karsai entfielen nach Angaben der Wahlbehörde 20 213 oder 56,2 Prozent der bis Freitag ausgezählten Stimmen.

dpa KABUL. Nach der Auszählung erster Stimmen bei der historischen Präsidentenwahl in Afghanistan liegt der amtierende Übergangspräsident Hamid Karsai klar in Führung. Auf Karsai entfielen nach Angaben der Wahlbehörde 20 213 oder 56,2 Prozent der bis Freitag ausgezählten Stimmen.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden allerdings erst 35 986 gültige Stimmen gezählt, was nur 0,4 Prozent der geschätzten abgegebenen Stimmen entsprach. An zweiter Stelle lag mit 17,2 Prozent der frühere Erziehungsminister Junus Kanuni.

Drittplatzierter unter den 18 Kandidaten war der Usbeken-General und Kriegsherr Abdul Rashid Dostum, der 15,0 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Die ersten ausgezählten Stimmen der Wahl vom Samstag stammten aus Provinzen im Norden - wo Dostums Hochburg liegt - und im Zentrum des Landes. Die einzige Kandidatin, die Kinderärztin Masuda Dschalal, bekam zunächst nur 2,2 Prozent der Stimmen.

Die Auszählung war wegen Unregelmäßigkeiten bei der Wahl verschoben worden und hatte erst am Donnerstag begonnen. Eine unabhängige Kommission hatte zuvor eine erste Überprüfung der 43 von Kandidaten eingereichten Beschwerden abgeschlossen. Urnen aus mehreren Wahllokalen wurden zur eingehenden Prüfung vorerst von der Auszählung ausgeschlossen. Bei den Beschwerden geht es etwa um Schwierigkeiten mit der Tinte zur Markierung der Wähler und verkürzte Öffnungszeitungen der Wahllokale.

Ursprünglich sollte das Endergebnis der Wahl am 30. Oktober verkündet werden. Internationale und afghanische Wahlbeobachter hatten den Urnengang als überwiegend frei und fair gewertet, aber auch Probleme eingeräumt. Insgesamt standen 18 Kandidaten zur Wahl, zwei hatten allerdings zur Unterstützung Karsais aufgerufen. Bereits vor der Wahl wurde mit einem Sieg Karsais gerechnet. Sollte keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, soll es am 20. November in einer Stichwahl kommen.

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