Auszeichnung für zwei amerikanische und einen japanischen Forscher
Nobelpreis geht an drei Astrophysiker

Die Erde befindet sich in einem ständigen Einfluss kosmischer Teilchen und Strahlung. Die diesjährigen Nobelpreisträger in Physik haben mit ihrer Forschung ganz wesentlich zum Verständnis des Universums beigetragen.

hst STOCKHOLM. Für ihre Arbeiten in der Astrophysik erhalten die amerikanischen Forscher Raymond Davis Jr. und Riccardo Giacconi sowie der Japaner Masatoshi Koshiba den diesjährigen Physiknobelpreis. "Damit wurden drei bedeutende Wissenschaftler ausgezeichnet, die entscheidend zum Verständnis der kosmischen Strahlung beigetragen haben", freut sich Prof. Joachim Trümper über die Entscheidung der Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Trümper war bis vor kurzem Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in München, das sich mit der Messung von kosmischer Strahlung beschäftigt. Davis und Koshiba haben sich in den vergangenen Jahrzehnten den Neutrinos gewidmet, den kleinsten Bausteinen des Universums. - Neutrinos werden unter anderem in Fusionsprozessen in der Sonne und anderen Sternen gebildet, wenn Wasserstoff zu Helium umgewandelt wird.

Die Erde befindet sich in einem ständigen Einfluss dieser kosmischen Teilchen und anderer Strahlung. Zum ersten Mal wurde das Neutrinoteilchen 1930 von dem aus Österreich stammenden Physiker Wolfgang Pauli entdeckt, der 1945 für seine Arbeit ebenfalls mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Es war aber der heute 86-jährige Davis, der Ende der 50er-Jahre einen neuartigen Detektor in Form eines großen Tanks entwickelte, mit dem er über 30 Jahre lang mehrere Tausend Neutrinos von der Sonne einfangen und auf diese Weise nachweisen konnte, dass die Sonnenenergie durch Fusion entsteht. Auch der Japaner Koshiba (76) fing in einem von ihm entwickelten riesigen Detektor ganze Neutrinoschauer ein. Mit ihren Entdeckungen haben beide Wissenschaftler ein völlig neues Forschungsgebiet entwickelt: die Neutrinoastronomie.

Der Amerikaner Giacconi (71) dagegen entdeckte die erste Röntgenquelle außerhalb unseres Sonnensystems. Außerdem stellte er fest, dass das Universum eine Hintergrundstrahlung aus Röntgenlicht besitzt. Giacconi konstruierte als Erster ein Röntgenteleskop, mit dem eine völlig neue Qualität von Bildern aus dem Universum erzielt wurde. Die Stockholmer Nobel-Akademie bescheinigte Giacconi, dass er mit seiner Arbeit wesentlich zur Entwicklung der Röntgenastronomie beigetragen habe. Die Nobelpreise werden am 10. Dezember in Stockholm und Oslo überreicht. Die eine Hälfte des in diesem Jahr mit 10 Mill. Kronen (1,1 Mill. Euro) dotierten Preises teilen sich Davis und Koshiba, die andere Hälfte fällt Giacconi zu.

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